Cobá

Cobá, eine der ausgedehntesten Mayastädte Yucatáns, liegt auf halbem Weg zwischen Tulúm und Valladolid (Chichén Itzá). Cobás Blütezeit begann gegen Ende der klassischen Periode und erreichte ihren Höhepunkt um 800 n.Chr., jedoch weisen Siedlungsspuren bis auf das 3. vorchristliche Jahrhundert zurück. Cobás Architektur hat größere Ähnlichkeit mit der Tikals als mit der seiner  Maya-Nachbarstädte, und Darstellungen einer weiblichen Adeligen aus Tikal auf mehreren Stelen in Cobá haben zu Spekulationen geführt, dass es mindestens eine Heirat zwischen den beiden Herrscherdynastien gab.

Eine augenfällige Besonderheit Cobás ist die große Zahl von 40 Sacbeob, die hier zusammentreffen. Einige von ihnen konnte man über eine Entfernung von bis zu 100 km zurückverfolgen. Für Besucher zugänglich sind im wesentlichen fünf bauliche Komplexe: Cobá, Chumuc Mul, Las Pinturas, Macanxoc sowie  Nohoch Mul, dem nach dem Wahrzeichen Cobás benannten Komplex. Der Komplex Cobá befindet sich in Sichtweite des Eingangs. Sein auffälligstes Bauwerk ist eine stark verwitterte, “Iglesia” genannte Pyramide. Der Komplex Nohoch Mul hingegen ist annähernd 3km vom Eingang entfernt und beginnt etwa einen Kilometer nordöstlich der Grupo Cobá. Er ist auf einer natürlichen Geländeerhebung errichtet worden, die eine Fläche von ca. 400 x 600 Metern bedeckt. Die “Struktur I” genannten Pyramide Nohoch Mul stellt mit einer imposanten Höhe von 42 m das größte Gebäude der gesamten archäologischen Zone dar. Von ihrer Plattform reicht der Blick schier endlos über die Baumkronen des yucatekischen Tropenwaldes. Der auf seiner Spitze stehende Tempel wurde später als die Basis errichtet und gleicht äußerlich den Tempeln von Tulúm. Zur Grupo Nohoch Mul gehören noch einige peripher gelegene Strukturen wie die Pyramide Xaibé und ein Ballspielplatz im Süden des eigentlichen Kernes.
Warum Cobá zu seiner beachtlichen Größe gelangt ist, bleibt unklar, jedoch ist der Wasserreichtum des Areals mit mehreren Lagunen, Frischwasserquellen sowie einigen Chultunes außergewöhnlich für Yucatán.

Naturliebhaber kommen vor allem am frühen Morgen und späten Nachmittag auf ihre Kosten: Papageien, Tukane, Kapuzineraffen und die großen, leuchtend blauen Morpho-Schmetterlinge bevölkern den dichten Wald, in dem auch zahlreiche Orchideenarten wachsen. Außerdem gibt es einen kleinen See, den Lago Macanxoc, in dem es Schildkröten und Fische gibt und an dem man früh morgens Vögel beobachten kann. Für die Erkundung der weitläufigen Anlage kann man sich ein Fahrrad ausleihen oder sich in einer Art Fahrradrikscha kutschieren lassen. Getränke kann man nur am Eingang kaufen, daher sollte man entsprechend viel Flüssigkeit mitnehmen. Bei der Anfahrt aus Tulúm sollte man sich nicht von dem Umstand irritieren lassen, dass die direkte Straßenverbindung via Chemax noch immer nicht auf allen Karten verzeichnet ist.