Playa del Carmen

Noch immer verbreiten Reiseführer und Veranstal- ter die Legende von dem ‚Fischerort‘, der ’seine beschauliche Atmosphäre‘ bewahrt habe. Leider entspricht das schon lange nicht mehr der Wahrheit…

Allerdings muss man „Playa“ zugute halten, dass die Entwicklung hier nicht ganz so brachial verlaufen ist wie im nur wenige Kilometer nördlich gelegenen Cancún. Die Hotels sind hier kleiner und viele von ihnen auch deutlich preiswerter als die Ressorts des großen Nachbarn. Das Publikum kommt, anders als im us-amerikanisch geprägten Cancún, überwiegend aus europäischen Ländern. Viele kleine Hotels, Kneipen und andere touristische Einrichtungen haben europäische Besitzer, die hier in den Achtziger Jahren „hängengeblieben“ sind. Der größte Trubel herrscht in der teilweise zur Fußgängerzone ausgebauten „Quinta Avenida“, umgangssprachlich 5th Avenue genannt.
Hier reihen sich Hotels, Kneipen, Cafés, Souvenirgeschäfte und Autovermietungen beinahe nahtlos aneinander. Zu den Touristen in Strandkleidung gesellen sich fliegende Händler und z.T. „folkloristisch“ gekleidete Restaurant- und Geschäftsangestellte, die versuchen, Passanten in ihre jeweiligen Etablissements zu locken. Nach Einbruch der Dunkelheit wird Playa zur „party town“. Abseits dieser Flaniermeile verläuft das Leben in ruhigeren Bahnen, sieht man vom Strandabschnitt des „Stadtzentrums“ ab, auf dem z.T. relative Enge herrscht. Der verheerende Hurrikan Hugo hat Playa del Carmen 1988 nicht nur die letzten Palmen gekostet, sondern auch einen beträchtlichen Teil des einst paradiesischen Strandes.
Trotz allem ist das mittlerweile zur veritablen Stadt gewachsene Fischerdorf noch immer ein guter Ausgangspunkt für die Erkundung der nördlich uns südlich gelegenen Küstenabschnitte.