Uxmal

„Dreimal erbaut“ bedeutet Uxmal in der Übersetzung aus dem Maya-Dialekt.

Der Name bezieht sich auf die mehrfache Überbauung des höchsten Bauwerks der Anlage – der 38 Meter hohen Pyramide des Zauberers mit ihrem außergewöhnlichen, elliptischen Grundriss. Der Legende nach wurde sie von einem Zwergen-Zauberer in einer Nacht erbaut. Vielen gilt Uxmal als die ästhetisch schönste aller Mayastädte. Uxmal gehört zum Weltkulturerbe der Unesco. Im sogenannten Puuc-Stil erbaut, erlebte Uxmal seine Hochzeit in der Spätklassik.

Mit geschätzten 25.000 Einwohnern gehörte es zudem zu den größten Mayasiedlungen in Yucatán. Es beherrschte vermutlich auch die benachbarten Städte Kabah, Labná und Sayil, mit denen es durch Sacbeob, den weißen, geradlinig verlaufenden Straßen der Maya, verbunden ist.
Charakteristische Merkmale der Puuc–Architektur, so genannt nach der gleichnamigen, nahegelegenen Hügelkette, finden sich auch in Uxmal. Einfache Fundamente und untere Stockwerke, auf denen die oberen Stockwerke reichverziert aufsitzen. Ornamente, Schnitzereien und Stuck weisen als Elemente Schlangen, Gitterstrukturen und Masken des Regengottes Chac auf. Da es in der näheren Umgebung Uxmals weder Oberflächenwasser noch Cenotes gab, legten die Bewohner Zisternen oder sogenannte Chultunes an, in denen sich das Regenwasser sammelte.

Mit den seltenen, aber heftigen Regenfällen wurde zudem die fruchtbare Erde der Puuc-Berge ins Flachland gespült, so dass die Gegend von Uxmal zu den besten Anbauflächen von Yucatán zählte.
Zu den wichtigsten Bauwerken neben der Pyramide des Zauberers gehört der Nonnenviereck genannte Komplex, dessen Name in Anlehnung an die 74 Klosterzellen ähnelnden Räumen, die den rechteckigen Hof umgeben, gewählt wurde. Welche Funktion die Gebäude tatsächlich hatten, ist unbekannt. Der Gouverneurspalast gilt als herausragendes Beispiel der Puuc-Architektur. Er steht auf einer künstlich aufgeschütteten Plattform und datiert aus der Spätphase Uxmals.

Auf der selben Plattform steht auch das Haus der Schildkröten, das seinen Namen nach den Schildkröten–Ornamenten des Frieses, das seinen Sims umfließt, erhielt. Die Maya glaubten angeblich, dass Schildkröten zu Dürrezeiten mit den Menschen litten und genau wie sie um Regen bitten würden.
Starkem Verfall sind die Große Pyramide, der nach seinem durchbrochenen Dachfirst so genannte Taubenschlag, das Haus der alten Frau, der Tempel der Phalli und die Friedhofsgruppe ausgesetzt.
Preiswert übernachten kann man im nahegelegenen Santa Elena oder teuer in unmittelbarer Nähe der Ruinen. Uxmal lässt sich auch im Rahmen eines Tagesuasflugs ab Mérida besuchen.