Guadalajara

Die zweitgrößte Stadt des Landes gilt vielen als die mexikanischste Stadt – sie ist die Geburtstätte von Mariachimusik, Tequila, Sombrero und zahlreicher anderer folkloristischer Traditionen.

Vor allem aber ist Guadalajara eine Kulturmetropole von internationalem Format mit zahllosen Museen, Galerien, Theatern, Universität und einem modernen Messezentrum. Die mächtige, doppeltürmige Kathedrale ist von vier Plätzen umgeben, einer in jeder Himmelsrichtung. Im Westen, direkt vor der Kirche, liegt die Plaza de los Laureles, unschwer zu erkennen an den zahlreichen Lorbeerbäumen, denen sie ihren Namen verdankt. Die Plaza de Armas mit dem Regierungspalast aus dem 18.Jahrhundert grenzt im Süden an. Murales von José Clemente Orozco im Gebäude reflektieren die mexikanische Geschichte und ihre wichtigsten Figuren.

Zwölf berühmte Repräsentanten Jaliscos in Bronze gegossen formen die „Rotonda de los Hombres Ilustres“, die im Norden angrenzt. Das neoklassizistische Teatro Degollado prägt die Plaza de la Liberación im Osten. Dahinter erstreckt sich die Plaza Tapatía als moderne, Fußgängern vorbehaltene Einkaufs- und Flaniermeile bis zum Instituto Cultural de Cabañas. Heute Weltkulturerbe und eines der wichtigsten Museen und Kulturzentren, blickt der neoklassizistische Komplex auf eine bewegte Geschichte zurück. Als Militärlager, Hospiz und bis 1980 Waisenhaus für bis zu 3000 Kinder diente das Gelände, und es war hier, wo Hidalgo 1811 die Proklamation zur Abschaffung der Sklaverei unterschrieb. Kernstück ist eine über hundert Arbeiten umfassende Sammlung des Malers und Muralisten Orozco, die seine wichtigsten Werke enthält. Werke Orozcos schmücken auch den Theatersaal der Universität, den sogenannten Paraninfo.
Volkstümliche Unterhaltung garantiert ein Besuch der Plaza de los Mariachis, auf der Mariachi-Bands abends zwischen den Tischen der Terrassenrestaurants Musikwünsche von Gästen und Passanten erfüllen – gegen entsprechende Bezahlung. Eine grüne Lunge der Stadt ist der Parque Agua Azul, in dem u.a. Partnerstädte Guadalajaras Teile der Anlagen gestaltet haben – Kyoto z.B. einen japanischen Garten. Einen Besuch wert sind Guadalajaras koloniale Kirchen: Templo de la Merced; Santuario de Nuestra Señora del Carmen; Templo de Aranzazú und Templo de San Francisco.

Das Programm der Fiestas de Octubre erstreckt sich über den gesamten Monat und bietet alljährlich Konzerte, Ballet- und Theateraufführungen aus der ganzen Welt. Viele der Veranstaltungen finden auf der Plaza de los Fundadores statt. Zum Festival gehört immer auch ein ausgeprägtes Kinderprogramm.