Pátzcuaro

Pátzcuaro ist eine der schönsten Kolonialstädte Mexikos.

Der hoch gelegene (2140m) Ort am gleichnamigen See gehört zum Kernland der Purépecha, einer der wichigsten indigenen Bevölkerungsgruppen in Westmexiko. Sie siedelten hier lange vor Ankunft der Spanier, die zunächst in Gestalt von Nuño Beltrán de Guzmán, einem der grausamsten “Konquistadoren”, in Michoacán auftauchten. De Guzmán galt als Schlächter und hatte sich aus Mexiko Stadt nach Pátzcuaro abgesetzt, um der Verhaftung durch die Kolonialbehörden zu entgehen. Sein Nachfolger war der bis heute verehrte Bischof Don Vasco de Quiroga, der Pátzcuaro zur Hauptstadt Michoacáns machte und die Ausbeutung der indigenen Bevölkerung im Leibeigenen-System der Encomienda bekämpfte.

Er ließ die Basilica de Nuestra Señora de la Salud, anders als in den meisten Kolonialstädten, abseits der zentralen Plaza erbauen. In ihr wird eine aus Maisstroh-Paste gefertigte Statue der Schutzheiligen Pátzcuaros aufbewahrt. Quirogas Statue wacht heute über den nach ihm benannten Platz, der als einer der schönsten Mexikos gilt. Ebenso attraktiv ist Pátzcuaros “Plaza Chica” genannte Plaza Gertrudis Bocanegra, benannt nach einer in Pátzcuaro geborenen Heldin des Unabhängigkeitskampfes.
Als Juwele der Kolonialarchitektur gelten die Casa de los 11 Patios, der Templo y Ex-Convento Jesuita sowie die bereits erwähnte Basilica Virgen de la Salud.
Viele der alten Herrenhäuser, deren Arkaden die Plaza Quiroga säumen, beherbergen heute Hotels, Restaurants oder auch Kunsthandwerkläden. Der zweistöckige Palacio de Huitziméngari gehörte einst Antonio Huitziméngari – Sohn des letzten Tarasken-Königs und Patensohn des spanischen Vizekönigs  Antonio de Mendoza. In ihm ist heute eine Kulturorganistaion der Purépecha untergebracht. Folgt man der Calle Ponce de León nach Westen, gelangt man zum erloschenen Vulkan des Cerro del Estribo („Hügel des Steigbügels”). Von hier oben hat man einen herrlichen 360° Rundblick über Pàtzcuaro, den See und das Umland.
Einer der beliebtesten Ausflüge auf dem Pátzcuaro-See führt zur Insel Janitzio, deren höchster Punkt eine monumentale, begehbare Statue Morelos’ “ziert”. Ausflug- und Fährboote verkehren regelmäßig ab dem Bootsanleger  “Embarcadero”. Unter den Gemeinden rund um den See sind Tócuaro und Erongarícuaro besonders attraktiv. Etwas abseits des Sees im Süden Pátzcuaros liegt das für seine Kupferarbeiten bekannte Santa Clara del Cobre. Die prähispanischen Tarasken – Ruinen von Tzintzuntzan und Ihuatzio mit ihren Yacatas genannten Stufenpyramiden, lohnen einen Besuch.