Edzná

Der Name Edzná (Etzná) geht auf die Bewohner der Stadt zurück, die von ihren Nachbarn Itzaes genannt wurden.

Diese “Stadt der Itzaes” zeichnet sich nicht nur durch monumentale Bauten aus, sondern verfügte einst auch über ein ausgefeiltes Bewässerungssystem. Luftaufnahmen haben enthüllt, dass Edzná von einem komplexen System von Kanälen und Zisternen umgeben ist und eine festungsähnliche, quadratische Gebäudestruktur von einem Wassergraben umgeben war.

Während die meisten baulichen Strukturen, die heute in Edzná zu sehen sind, aus der Maya Spätklassik (ca. 600-900 n. Chr.) stammen, gehen einige der Kanäle auf den Zeitraum der späten Präklassik zurück (ca. 300 v. Chr.).

Von der Hauptplaza führt eine breite Treppe zur Großen Akropolis, einer Gruppe von 10 Gebäuden, die gemeinsam auf einer erhobenen Plattform stehen. Die Treppenstufen werden zu beiden Seiten von zwei Pyramiden, auf deren obersten Ebenen Tempels stehen, flankiert. Hinter einem zentralen, quadratischen Steinaltar erhebt sich der beeindruckende Tempel der fünf Stockwerke (»Templo de los Cinco Pisos«), gekrönt von den Überresten eines mächtigen Dachkamms. Mit einer Höhe von über 30 Metern stellt er das mit Abstand auffallendste Gebäude Edznás dar. Oberhalb des breiten Treppenaufgangs weisen Hieroglyphen das Datum 652 n.Chr. aus, bei dem es sich vermutlich um das Baujahr des Tempels handelt.

Am Fuß der Treppe, die zur Großen Akropolis führt, treffen zwei der “weißen Straßen” der Maya, so genannte Sacbeob aufeinander. Während diese schnurgerade verlaufenden Wege meist als Verbindung zwischen entfernten Punkten gebaut wurden, kann man sie auch innerhalb von Städten finden, wo sie vermutlich als Prozessionswege dienten, bzw. den Zugang zu wichtigen Gebäuden und Stadtbezirken formalisieren sollten.      Den Westrand der großen Plaza schließt der mehr als 130 Meter lange Komplex Nohoch Na („Großes Haus”) ab. Seine breiten Stufen führen zu einer einst überdachten Galerie, die nahezu die gesamte Länge des Bauwerks einnimmt. Die Breite der Stufen ließ Forscher vermuten, dass sie einst  als Zuschauerränge bei Großveranstaltungen auf der Plaza dienten.

Der Besuch der Ruinen ist bequem von Campeche aus möglich, oder auf der Fahrt nach Xpujil (Calakmul).