Chihuahua

Die Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates wurde Anfang des 18.Jahrhunderts als “San Felipe de Real de Chihuahua” gegründet.

Heute ist sie eine moderne, von Industrie und Landwirtschaft geprägte Stadt, deren koloniale Vergangenheit nur noch in einigen Gebäuden des Zentrums erkennbar ist. Chihuahua war wiederholt Schauplatz bedeutender Ereignisse der mexikanischen Geschichte. Pater Miguel de Hidalgo y Costilla, einer der Väter der mexikanischen Unabhängigkeit, wurde hier eingekerkert und im Innenhof des heutigen Gouverneurspalastes im Juni 1811 hingerichtet. Ein Wandbild am Tatort erinnert an das Ereignis. Auch den Kerker, in dem Hidalgo zuvor gefangengehalten wurde, kann man noch heute besichtigen.

Am stärksten ist Chihuahua aber mit Namen und Wirken des Francisco “Pancho” Villa verbunden. Als General der Revolutionstruppen der “División del Norte” hatte er hier sein Hauptquartier, von dem aus er gegen die Díaz-Diktatur, Großgrundbesitzer und die Ausbeutung von Industriearbeitern durch ausländische Investoren kämpfte. Auch Benito Juárez organisierte mit seinen Anhängern von Chihuahua aus den Widerstand gegen die französische Besatzung unter dem Marionettenkaisers Maximilian von Habsburg.

Der Palacio de Gobierno, erbaut 1882 bis 1892, beherbergt unter den Arkaden seines Innenhofes großformatige Murales. An einer Seite der Treppe kann man dem “Altar a la Patria” einen Besuch abstatten. Er markiert die exakte Stelle, an der Miguel Hidalgo y Costilla erschossen wurde. Im Centro Cultural Universitario „Quinta Gameros“, einem herausragenden Beispiel des französischen Eklektizismus, ist eine beeindruckende Sammlung von Jugendstilmöbeln der Familie Requena untergebracht.

Chihuahuas Kathedrale stammt aus dem späten 18.Jahrhundert und gilt als das beste Beispiel des Barock im Norden des Landes. Sie dominiert die Plaza de Armas.
Das auch als „Quinta Luz“ bekannte Museo de la Revolución Méxicana ist nach Francisco Villas Witwe Luz Corral de Villa benannt. Zu seinen berühmtesten Exponaten gehört der von Kugeln durchsiebte 22er Dogde, in dem Villa einem Hinterhalt in Hidalgo del Parral am 20.Juli 1923 zum Opfer fiel.

Das Museo Calabozo de Hidalgo zeigt die Gefängniszelle, in der Hidalgo auf seine Erschiessung wartete.
Ebenfalls Hidalgos Vermächtnis gewidmet ist die “Museo de Hidalgo” genannte Sammlung im Palacio de Gobierno. Im selben Gebäude befindet sich auch eine historische Waffensammlung aus der Zeit der Unabhängigkeit, die Galeria de Armas.

Im ehemaligen Eisenbahn-Reparaturwerk der Casa Redonda befindet sich heute sowohl eine Sammlung moderner Kunst als auch Exponate aus der Eisenbahngeschichte Chihauhuas.
Erst vor wenigen Jahren eröffnet wurde das hochmoderne, interaktive Technik und Wissenschaftsmuseum Museo Semilla Chihuahua.