Kruger-Nationalpark

Das Flaggschiff unter den Nationalparks im südlichen Afrika soll in naher Zukunft Teil eines grenzübergreifenden Schutzgebiets von gewaltiger Größe werden.

In den vergangenen Jahren wurden bereits die Grenzzäune zum Limpopo-Nationalpark in Mosambik abgebaut, um die Wanderung von Großtieren nicht zu behindern, im Westen des Areals sind durch die Ansiedlung privater Wildtierfarmen Puffer entstanden, und zu Zimbabwes Gonarezhou Nationalpark wurde ein Korridor geschaffen, der Tieren die Wanderung nach Norden erlaubt.
Dennoch sind die Wildtiere sehr ungleichmäßig im Parkgelände verteilt: Während als Spätfolge des mozambikanischen Bürgerkrieges dort große Wildtiere faktisch ausgerottet waren, mussten Tiere aus dem Kruger-Nationalpark umgesiedelt werden, was nicht immer gelang.
Das Areal des Kruger-Parks mit seinem knapp 20000 Quadratkilomteren weist unterschiedliche Geländeformen und Vegetationszonen auf.
So variiert die Höhe zwischen 823 m im hügeligen Südwesten und 183 m in den östlichen Gebieten.
Davon abgesehen besteht der Park aus flachem und welligem Gelände, aus dem sich an vielen Stellen Felsinseln, sogenannte Koppies, erheben. Diese sind ideale Lebensräume für Klippspringer, Paviane und Leoparden.
Die meisten Flüsse des Parks führen nur in der Regenzeit Wasser, werden dann aber zu mächtigen breiten Strömen.
Die Vegetation des Parks unterscheidet sich im Nordteil (nördlich des Olifants River) deutlich vom Südteil. Im Norden dominieren Mopanewälder, die vor allem an den Hügelkuppen von Buschweiden durchsetzt sind. Hier kommen auch mächtige Affenbrotbäume vor.
Die charakteristische Vegetation des Zentralteils zwischen Olifants und Sabie ist geprägt von offenen Gras- und Baumsavannen (hier sind viele Zebras, Gnus und Giraffen zu sehen) mit Süßdornakazien, Marulabäumen und Buschweiden. Das Grasland des Südteils ist von Dornenakazien bestanden.
Aufgrund seiner Größe und verschiedener Ökosysteme beherbergt der Kruger-Nationalpark eine Artenvielfalt, die ihresgleichen sucht: 114 Reptilien-, 507 Vogel- und 145 Säugetierarten sind in ihm vertreten. Unter den Säugetieren sind Impalas, Büffel, Zebras, Elefanten, Gnus, Kudus, Giraffen, Wasserböcke, Flusspferden und Tüpfelhyänen die häufigsten, während es für Löwen, Leoparden, Schirrantilopen und Elenantilopen weniger rosig aussieht, ganz zu schweigen von den numerisch am Ende der Skala stehenden Afrikanischen Wildhunden und Geparden.
Unter den 517 Vogelarten des Parks ist der Strauß der größte. Auffällig sind auch Marabu, Hornrabe, Sekretär und Riesentrappe. An Gewässern findet man große Wasservögel wie Sattelstorch, Goliathreiher, Purpurreiher, Grau- und Silberreiher, Weiß- und Schwarzstorch, Nimmersatt und Pelikan. Unter den größten Greifvögeln sind der Kampfadler, der Raubadler, der Kronenadler und der Schreiseeadler zu nennen. Die Geier werden durch Ohrengeier, Weißrückengeier, Kapgeier, Wollkopfgeier und Kappengeier vertreten.

Das gepflegte und komplexe Straßensystem des Parks tröstet darüber hinweg, dass Besucher nur an wenigen ausgewählten Stellen sowie in den umzäunten Camps das Fahrzeug verlassen dürfen.

Die Restcamps des Parks erlauben einen mehrtägigen Aufenthalt, während dessen man die verschiedenen Vegetationsformen und Lebensräume des Areals kennenlernen kann.