Uruguay

Im südamerikanischen Größenvergleich ist Uruguay ein Winzling. Gerade einmal halb so groß wie Deutschland, liegt es scheinbar eingeklemmt zwischen Argentinien und Brasilien, geprägt von mächtigen Flüssen, der Küste des Atlantik und der sanft hügeligen Graslandschaft der Pampas im Landesinnern.

Nahezu die Hälfte seiner rund 3,5 Millionen Einwohner lebt in Montevideo, der pulsierenden aber niemals hektischen Hauptstadt an der Mündung des Río de la Plata mit ihrer kompakten Altstadt und weitläufigen Strandpromenaden.
Die beeindruckendsten Strände des Landes liegen jedoch weiter im Osten an der Atlantikküste, von mondän und teuer wie Punta del Este, La Barra und José Ignacio bis zu den bei Aussteigern und Surfern beliebten Cabo Polonio und dem, nur 40km von der brasilianischen Grenze entfernten Fischerdorf Punta del Diablo inmitten einer weitläufigen Dünenlandschaft.
Auch abseits der Küste hat Uruguay viel zu bieten, seien es museal verschlafene Städtchen wie die historische Hafenstadt Colonia del Sacramento, Carmelo mit seinen Bodegas inmitten von Weinbergen oder Fray Bentos am Río Uruguai, dessen historische Fleischkonserven-Fabrik zum UNESCO-Welterbe zählt. Die Lagunen und Feuchtgebiete im Südosten des Landes sind ein begehrtes Revier für Vogel- und Tierbeobachtungen, und historische Estancias bringen Besuchern den Lebensstil der Rinder-, Pferde- und Schafzüchter näher, die noch immer einen wesentlichen Wirtschaftszweig darstellen.

Kulturell ist Uruguay jenseits der Klischees von Tango, Steaks und Mate, die es mit Argentinien teilt, erstaunlich vielfältig, erst recht, wenn man die geringe Bevölkerungszahl bedenkt. Autoren wie z.B. Juan Carlos Onetti oder Mario Benedetti, Architekten wie Rafael Viñoly oder der Pionier der wellenförmigen Backsteinarchitektur, Eladio Dieste, aber auch der Bassbariton Erwin Schrott genießen Weltruhm.

Uruguays Gesellschaft gilt als toleranteste, sozial gerechteste und am wenigsten religiös geprägte Amerikas. Uruguay hat die sauberste Luft der Welt, ist weltweit führend im Bereich grüner Energie und das einzige Land der Welt, in dem alle Schulkinder im Rahmen der nationalen Politik einen Laptop erhalten. Zudem ist die schulische Erstausbildung kostenlos und es werden keine Studiengebühren erhoben.

Dass auch das Preisniveau höher ist als in anderen lateinamerikanischen Ländern, kann da nicht verwundern.

Überschaubare Entfernungen, die geringe Verkehrsdichte und die entspannte Fahrweise der Uruguayer machen das Land zum idealen Ziel einer Mietwagentour. Wir haben die interessantesten Reiseziele mit den schönsten Stränden und lohnenden Zwischenstopps in einer abwechslungsreichen Route zusammengefasst. Bei der Hotelauswahl haben wir auf Komfort, Stil und Lage Wert gelegt, jedoch auf ausgesprochene Luxusunterkünfte verzichtet. Zudem ist immer mindestens ein empfehlenswertes Restaurant auch fußläugfig vom jeweiligen Hotel zu erreichen. Wer die Strände Uruguays nicht nur zu ausgedehnten Spaziergängen nutzen möchte, sollte zwischen November und Ende März reisen, da dann die Wassertemperaturen auch das Baden gestatten.