Colonia del Sacramento

Colonia del Sacramento geht auf eine portugiesische Gründung gegen Ende des 17. Jahrhunderts zurück und ist die älteste Stadt Uruguays.

Ihre strategische Lage in der Bucht des Río de la Plata machte die Hafenstadt über mehr als ein Jahrhundert zum Zankapfel zwischen den Kolonialmächten Spanien und Portugal.
Die mit immer wiederkehrenden Belagerungen und Zerstörungen einhergehenden Streitigkeiten, in die auch das als Schutzmacht der Freibeuter und Piraten agierende England eingriff, endeten erst mit der international anerkannten Unabhängigkeit Uruguays im Jahre 1828.
Colonias historisches Zentrum, das seit 1995 zum Unesco-Welterbe gehört, besteht aus dem nur 16 Hektar großen barrio histórico, dem portugiesichen Siedlungskern an der Spitze der Halbinsel, der einst von einer Festungsmauer umgeben war.
Im Unterschied zu den angrenzenden Straßenzügen verweigern sich seine Straßen und Gassen dem Schachbrettmuster spanischer Kolonialstädte.
In ihnen ergänzen verrostete oder gepflegte, aber immer wirkungsvoll drapierte Oldtimer das teils bröckelnde, teils restaurierte Stadtbild zu einer filmreifen Kulisse, die auch die emblematischen Fotomotive der uruguayischen Tourismuswerbung liefert.
Zu diesen zählen auch die klassischen Sehenswürdigkeiten wie die zum Teil gut erhaltenen Bastionen San Miguel, San Pedro und Santa Rita oder das als hölzerne Zugbrücke gestaltete Stadttor Portón de Campo. Die wenigen verbliebenen Reste der Stadtmauer wurden zwischen 1968 und 1971 restauriert. Bronzenägel markieren heute die ursprüngliche Höhe des Bauwerks.
Die auf das späte 17. Jahrhundert zurückgehende Kathedrale Basílica del Santísimo Sacramento, die auch Iglesia Matriz genannt wird, gilt als die älteste Kirche Uruguays.
Bereits wegen der schönen Aussicht von der Plattform lohnt der Besuch des alten Leuchtturms neben den Ruinen des Convento de San Francisco aus dem 17.Jahrhundert.
Im Museo Portugues, das in einem Gebäude aus der Mitte des 18. Jahrhunderts untergebracht ist, sind Möbel, Schmuck, Uniformen und alte Seekarten portugiesischer Entdeckungsfahrten ausgestellt.
Ebenfalls portugiesischen Ursprungs sind die Casa de Nacarello und das Stadtmuseum Museo Municipal, dessen Gebäude 1835 von den Spaniern als Casa del Almirante Brown wiederaufgebaut wurde.
Colonias Sehenswürdigkeiten sind schnell erkundet, doch wer hier übernachtet, hat die Gelegenheit, durch die Gassen abseits des Rummels der Tagestouristen zu bummeln und eine Blick auf die beachtliche lokale Gastronomieszene zu werfen.
Der Besuch Colonias bietet sich als Abstecher von Buenos Aires an, oder als Stopp im Rahmen der Weiterfahrt nach Punta del Este