Carmelo

Das kleine verschlafene Städtchen am Ufer des großen Río de la Plata, der in diesem Abschnitt von Inseln durchsetzt ist, gilt als eines der gut gehüteten Geheimnisse Uruguays.

Es herrscht eine entspannte Atmosphäre, die auch auf Besucher wirkt. Wer hier hinkommt, sucht die Ruhe.
Lediglich während des südamerikanischen Sommers, wenn hier viele argentinische Boote vor Anker liegen, kommt etwas mehr Leben in das 1816 von Oberst José Gervasio Artigas gegründete Carmelo.
Zwar ist auch hier – wie in anderen lateinamerikanischen Städten – die Plaza (de la Constitución oder Independencia) der Mittelpunkt des von niedrigen Gebäuden geprägten Stadtbilds, als Wahrzeichen gilt jedoch die vom Anfang des letzten Jahrhunderts stammende Drehbrücke, die den Arroyo de las Vacas überquert ohne diesen für den Schiffsverkehr zu blockieren. Auch die hübsche Promenade am Flussufer nimmt hier ihren Anfang.
Carmelos Umland hat sich in den letzten Jahren einen ausgezeichneten Ruf bei Weinliebhabern erworben und wird auch als Toskana in Miniaturausgabe bezeichnet. Acht Weingüter, die überwiegend den für Uruguay charakteristischen Tannat anbauen, liegen rund um das Städtchen verstreut, unter ihnen auch die mondäne, familiengeführte Narbona Wine Lodge Relais & Chateaux. (Die Zufahrt zweigt einige Kilometer südlich des Ortes von der Ruta 21 links ab.)
Nicht nur ein beliebtes Fotomotiv, sondern auch ein guter Ort für eine Weinverkostung und ein kleines Mittagessen ist der am Nordwestrand Carmelos gelegene historische Lebensmittelladen Almacén de la Capilla-Bodega Cordano, der heute als Weinkellerei fungiert.