Hintergrund

Der Halbweise aus einem Stadtviertel Panamas, das “sal si puedes” (hau ab, wenn du kannst) genannt wurde, machte militärische Karriere unter Mitwirkung der CIA,

auf deren Gehaltslisten er über Jahrzehnte stand, und mit der Förderung durch General Torrijos. Schritt für Schritt erklomm Manuel Noriega die jeweiligen Stufen zur Macht. Als Chef des Geheimdienstes nutzte er sein Wissen über etwaige Konkurrenten konsequent aus. 1983 hatte er bereits die Nationalgarde unter seine Kontrolle gebracht und machte sich daran, das Land selbst zu beherrschen. Dazu vergrößerte er die Nationalgarde, die mit erweiterten Kompetenzen ausgestattet und zu den Fuerzas de Defensa de Panamá-FDP umgewandelt wurde.

By U.S. Marshals Service in Miami, Florida [Public domain], <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AManuel_Noriega_mug_shot.jpg">via Wikimedia Commons</a>

By U.S. Marshals Service in Miami, Florida [Public domain], via Wikimedia Commons

Bei den Präsidentschaftswahlen 1984 trat Politik-Veteran Arnulfo Arias als Kandidat einer politisch breitgefächerten Wahlallianz noch einmal gegen Noriegas Kandidaten, Ardito Barletta, an. Die von heftigen Unruhen begleitete Stimmenauszählung ergab einen hauchdünnen Vorsprung für den Kandidaten des Militärs. Alle Beschwerden wegen Stimmenkauf, -Fälschung und der Streichung registrierter Wähler aus den Wahllisten wurden niedergeschlagen. Als der Arzt Hugo Spadafora, der als Kämpfer gegen das Somoza-Regime in Nicaragua populär geworden war, ankündigte, sein Wissen über Noriegas Drogengeschäfte zu veröffentlichen, ließ dieser ihn ermorden.
Unter dem Eindruck der enormen öffentlichen Aufregung, die dieser Mord erregte, kündigte Noriegas Marionetten-Präsident Barletta eine Untersuchung des Vorfalls an, und besiegelte damit sein eigenes politisches Schicksal. Noriega setzte ihn prompt ab.
Als Noriegas Verbindungen zum kolumbianischen Medellín-Kartell dennoch bekannt wurden und er auch den Nachfolger Barlettas von der Macht entfernt hatte, wurde das Noriega-Regime zu einem internationalen Ärgernis. Die USA verhängten Wirtschaftssanktionen und Noriegas ehemaliger Amtskollege – Ex-CIA-Chef George Bush, ließ Noriega fallen. Nachdem das panamaische Militär ergebnislos aufgeforderte worden war, Noriega abzusetzen, und dieser sich dazu verstiegen hatte, den USA am 15. Dezember 1989 den Krieg zu erklären, war der Zeitpunkt für die Operation “Just Cause” (“gerechte Sache”) gekommen. Die Invasion der US-Streitkräfte sollte ‘das Leben von US-Bürgern in Panama schützen, die Sicherheit des Kanals garantieren, die Demokratie in Panama wiederherstellen und Noriega gefangen nehmen und vor Gericht bringen’. Noriega war vor den US- Truppen geflohen und hatte den vatikanischen Nuntius um Asyl gebeten. Nach tagelanger Belagerung des Gebäudes und dessen systematischer Beschallung mit plärrender Rockmusik ergab sich Noriega schließlich den US-Amerikanern. Ein Gericht in Miami verurteilte ihn später wegen Drogen- und Waffengeschäften, sowie Geldwäsche zu 40 Jahren Haft. Die Bilanz der “gerechten Sache” in Panama: mindestens 2.500 tote Zivilisten und 20.000 Obdachlose infolge der Bombardierungen.