Hintergrund

Ein königliches Dekret von 1538 hatte zunächst das gesamte Territorium von Nicaragua bis Kap Hoorn der Gerichtsbarkeit der panamaischen Audiencia unterstellt.

Nach wenigen Jahren wurden die Verwaltungseinheiten jedoch auf beherrschbare Größen reduziert. Ab 1563 war die Reichweite der panamaischen Audiencia auf die Größe des heutigen Staates geschrumpft. Ab 1567 gehörte Panama dann zum Vizekönigreich Peru, behielt jedoch seine Audiencia als Institution der Selbstverwaltung.
Die Verbindung zur Kolonialmacht wurde durch einen Flottenverband aufrecht erhalten, der die einzigen autorisierten Handelshäfen der spanischen Krone, Veracruz in Mexiko, Cartagena in Kolumbien und Nombre de Dios in Panama einmal pro Jahr ansteuerte.
Die beiden Schiffsverbände des Nordens (Mexiko) und des Südens (Panama und Kolumbien) vereinigten sich jeweils in Havanna, um gemeinsam nach Cádiz zurückzusegeln. Dieses System wurde bis ins 18.Jahrhundert aufrechterhalten, auch wenn mit dem Niedergang Spaniens als Weltmacht die Besuche weniger wurden. Panamas Wohlstand hing weniger an der eigenen Produktion, als vielmehr am Handelsvolumen, das Panama durchlief. Als das Inkagold erschöpft war, ersetzte peruanisches Minensilber die kostbare Fracht, nach und nach ergänzt um Zucker, Baumwolle, Indigo, Chinarinde, Wein, Vanille und Kakao.
Den Kolonien der Neuen Welt war – abgesehen vom Sklavenhandel – der direkte Außenhandel untersagt. Das spanische Handelsmonopol wurde zuerst von den Briten, namentlich dem berühmten Freibeuter Francis Drake, in Frage gestellt. Er war zwischen 1572 und 1597 für die Mehrzahl der Überfälle auf Panama verantwortlich. 1597 gaben die Spanier schließlich das ungeschützte Nombre de Dios zugunsten des Naturhafens von Portobelo auf. Panamas Wohlstand hatte ungeachtet der Piratenüberfälle Mitte des 17. Jahrhunderts seinen Höhepunkt erreicht. Portobelo war Schauplatz legendärer Ferias, riesiger Tauschmärkte, auf denen europäische Waren für den Handel der gesamten amerikanischen Pazifikküste angeboten wurden. Panama Stadt galt nach Mexiko und Lima als schönste Stadt “Westindiens”.

Panama Stadt

Panama Stadt

Ab Mitte des 17. Jahrhunderts griffen England, Frankreich und Holland verstärkt die spanischen Kolonien in der Karibik an. Sie errichteten eigene Festungen, die dem Piraten- und Freibeutertum Auftrieb verliehen. Die meisten der Freibeuter konnten mit der stillschweigenden oder offenen Unterstützung ihrer jeweiligen Regierung rechnen und sich nach Angriffen auf spanische Schiffe und Siedlungen wieder in diese Festungen zurückziehen. Der berühmte Pirat Henry Morgan, der 1668 bereits Portobelo eingenommen und Lösegeld erpresst hatte, überfiel Ende Januar 1671 mit 1400 Mann Panama. Sie besiegten die spanische Garnison in offener Schlacht vor den Toren der Stadt, die sie anschließend plünderten. Die Offiziellen und reichen Einwohner Panamas flohen auf Schiffen, die mit dem Großteil des Kirchen- und Regierungsvermögens beladen waren. Ob das Feuer, dem Panama dann zum Opfer fiel, von den Piraten gelegt, oder durch ein explodierendes Munitionsdepot verursacht worden war, ist bis heute umstritten.
Zwei Jahre später wurde Panama an seinem heutigen Ort neu gegründet und stark befestigt.