Tegucigalpa

Tegucigalpa unterscheidet sich in zwei Aspekten von allen anderen Hauptstädten Mittelamerikas.

Tegus, wie Einheimische ihre Stadt oft vereinfachend nennen, liegt abseits der Panamericana, der Haupt-Verkehrsader des Kontinents, und damit auch abseits des berüchtigten Erdbebengürtels. Die spanischen Stadtplaner der Kolonialzeit konnten hier ihr Prinzip des Schachbretts mit rechtwinklig verlaufenden Avenidas und Calles nicht verwirklichen. Vielmehr mussten sie Tegucigalpa, dessen Nahuatl-Name „Berg aus Silber“ bedeutet, wie andere Minenstädte, der bergigen Landschaft anpassen.
Tegucigalpas Höhenlage (990 m ü.d.M.) garantiert ein mildes, angenehmes Klima, so dass auch ausgedehnte Spaziergänge durch die Stadt nicht zur schweißtreibenden Angelegenheit werden.
Das kommerzielles Herz der Millionenstadt schlägt entlang des Boulevard Morazán, einem modernen Viertel mit Geschäften, Verwaltungsgebäuden und zahlreichen Restaurants.
Reste kolonialer Architektur, Märkte und kleine Läden prägen das historische Zentrum, dessen Mittelpunkt der Parque Central mit der Kathedrale ist, die Tegucigalpas Schutzheiligem, Erzengel Michael, geweiht ist. Ihr Prunkstück ist der barocke Altar im Innern.
Teilweise als Fußgängerzone ist die von zahllosen Straßenhändlern bevölkerte Avenida Barhona gestaltet, die sich von West nach Ost durch das historische Zentrum zieht.
Eine weitere interessante Kirche aus der Kolonialzeit ist die Iglesia de Nuestra Señora de los Dolores, nur wenige Blocks vom Parque Central entfernt. Sie ist das Musterbeispiel einer barocken Kolonialkirche mit Altären und Gemälden der so genannten mexikanischen Schule. Auch die sie umgebenden Gebäude stammen aus dem 18. Jahrhundert und gehörten einst zur Klosteranlage. Heute ist hier das dem Honduraner gewidmete „Museo del Hombre Hondureño“ untergebracht. Das „Museo Nacional Villaroy“, ehemals Wohnhaus des Präsidenten Don Julio Lozano Diaz, beherbergt eine Sammlung zur honduranischen Geschichte.
Das interessanteste Museum der Stadt ist aber das “Museo para la Identitad Nacional”, zu dessen Räumen auch ein Auditorium gehört, in dem Besucher eine virtuelle Reise durch die Ruinen von Copán unternehmen können.
Grüne Lungen der Stadt sind der „Parque de La Leona“ und der „Parque de Las Naciones Unidas“ mit dem Picacho genannten Aussichtspunkt, der weithin an der in Zement gegossenen Christusstatue zu erkennen ist.