La Tigra Nationalpark

Der Parque Nacional La Tigra ist der älteste des Landes.

Bereits 1952 wurde das 23571 Hektar große Areal als Schutzgebiet ausgewiesen und 1980 zum Nationalpark erklärt. Seine Kernzone umfasst knapp ein Drittel der Gesamtfläche.
Für einen Teil des Primärnebelwaldes kamen die Naturschutzmaßnahmen aber bereits zu spät.
Die Minengesellschaft der nahegelegenen, um die Wende zum 20.Jahrhundert aktiven Mine El Rosario ließ eine Straßenschneise über den Bergrücken nach Tegucigalpa schlagen und setzte den Wald auf diese Weise der Ausbeutung seiner kostberen Edelhölzer durch Holzeinschlag aus.
Heute ist El Rosario eine Ansammlung von Gebäuden aus dem frühen vorigen Jahrhundert, die sich teils verfallen, teils gut erhalten an einen steilen Hang klammern.
Im ehemaligen Krankenhaus der Mine sind das Besucherzentrum des Nationalparks samt einer kleinen Ausstellung zur lokalen Flora und Fauna untergebracht. Hier zahlt man auch die Eintrittsgebühr und erhält eine Wegekarte des Parks.
Trotz der fatalen Auswirkungen der Mine hat sich der Wald über die Jahrzehnte wieder zu einem gesunden Nebelwald entwickelt. Dieser ist trockener ist als andere Nebelwälder des Landes und bietet gute Möglichkeiten, Vogelarten zu beobachten, die anderenorts schwer zu sehen sind. Zu diesen Arten gehören die blau-weiße Spottdrossel, der Rostbrauen-Zaunkönig, die Kolibriarten der Granatkehlnymphe und der Elliotelfe sowie der Göttervogel der Maya und Azteken, der Quetzal.
Der La Tigra Nationalpark verfügt über ein gut entwickeltes Wegesystem, so dass man problemlos auf eigene Faust loswandern kann ohne Gefahr zu laufen, sich zu verirren.
Den besten Blick hat man bei den Funkmasten der Hondutel auf einem Bergrücken oberhalb der Straße. Vorsicht ist bei der Erkundung der teilweise noch offenen Stollen der früheren Mine geboten. In jedem Fall sollte man warme und regenfeste Kleidung sowie griffige Wanderschuhe tragen und ausreichend Trinkwasser mitnehmen.