Copán Ruinas

Die Ruinen der Maya-Stadt in Honduras’ westlichem Hochland sind die bedeutendsten des Landes und gehören zum Unesco Weltkulturerbe.

Einst war Copán das intellektuelle Zentrum der Munda Maya. Insgesamt 17 Herrscher regierten hier von 426 n. Chr. bis ins 9. Jahrhundert.
Eine der wichtigsten Quellen für die Mayaforschung ist die berühmte Hieroglyphentreppe, die ursprünglich 63 Stufen besaß und mit ca. 2500 Hieroglyphen geschmückt war. Sie geben die Chronik der Herrscher Copáns wieder und stellen den längsten präkolumbianischen Text in Amerika dar.
Für heutige Besucher machen vor allem die zahlreichen, überaus plastisch im Hochrelief gestalteten Stelen die ästhetische Attraktivität Copáns aus, die beispiellos innerhalb der “Mundo Maya” sind.
Eine Aufsehen erregende Entdeckung machten die Archäologen um Ricardo Agurcia 2009, als sie unter dem zum Komplex der Akropolis gehörenden Tempel 16 einen teilweise erhaltenen Tempel (Oropéndula = Pirol) fanden. Dessen, auf von dünnem Stuck überzogenen Steinquadern basierende Architektur, stellt einen radikalen ästhetischen Wandel gegenüber dem wenige Jahre zuvor errichteten Rosalila-Tempel dar, dessen glatte Wände erst durch aufwändigen Stuck ihre Ornamente erhielten.
Man vermutet, dass dieser ästhetische Wandel durch den Mangel an Brennholz ausgelöst wurde, das zur Herstellung des Kalkputzes unabdingbar war.
Somit hätte erst eine ökologische Krise die in den folgenden Jahrhunderten entstandenen aufwändigen Steinarbeiten im für Copán charakteristischen Hochrelief ermöglicht.
Seit 1989 wurden vor allem im Bereich der Akropolis Grabungs- und Suchtunnel angelegt, die den gesamten Komplex durchziehen und mittlerweile eine Länge von insgesamt vier Kilometern erreicht haben. Zwei dieser Tunnels sind (gegen zusätzliche Eintrittsgebühr) für Besucher ohne klaustrophobische Tendenzen geöffnet.
Copáns Akropolis ist in zwei große Plazas unterteilt, den Westhof und den Osthof. Der Westhof beherbergt Tempel 11 und Tempel 16, an dessen Basis der berühmte Altar Q stand, auf dessen vier Seiten die 16 Herrscher der Copán-Dynastie dargestellt sind.
Copáns Ballspielplatz mit den auffälligen, an den Seitenwänden angebrachten Markern in Papageienkopf-Form, gilt als einer der größten und kunstvollsten seiner Art in Mesoamerika.
Im sehenswerten Museum der Stätte ist eine originalgetreue Rekonstruktion des “Rosalila” genannten Tempels zu sehen, die die ehemalige Farbenpracht der zeremoniellen Mayabauten anschaulich macht.
Da auch die meisten der wertvollen Stelen und Altäre, die ehemals Copáns weitläufige ‘große Plaza’ schmückten, als Originale geschützt im Museum stehen und vor Ort durch Kopien ersetzt worden sind, empfiehlt es sich, das Museum zuerst und danach die Ruinenstätte zu besuchen.
Der Ort “Copán Ruinas” selbst ist ein angenehmes Städtchen mit einer guten Auswahl an Hotels und Restaurants, das einen längeren Aufenthalt lohnt. Im Umland gibt es Wasserfälle, heiße Quellen und reizvolle Landschaften, die man zu Fuß oder auch hoch zu Pferd erkunden kann.
Sehenswert ist auch der privat organisierte „Macaw Mountain Parque de Aves y Reserva Natural“, ein Schutzgebiet, das den bedrohten Vogelarten Mittelamerikas, vor allem Aras und Tukanen, gewidmet ist.

Hinweis: Copán Ruinas liegt nahe der guatemaltekischen Grenze und lässt sich auch gut in eine Guatemala Reise einbauen.