Belize

Die Hauptattraktion des kleinen, englischsprachigen Landes, das eingeklemmt zwischen Mexiko und Guatemala liegt, ist zweifellos die Wasserwelt des „Barrier Reef“, jenes zweitgrößten Korallenriffs der Welt, das der Festlandküste des südlichen Yucatán vorgelagert ist.

Gesäumt von Hunderten kleiner und kleinster Inseln, den sogenannten Cayes, die oft nur wenige Meter aus dem warmen karibischen Meer ragen, gilt es seit langem als exzellentes Tauchrevier und zieht Wassersportler aus aller Welt an. Während die küstennahen Inseln Ambergris Caye und Caye Caulker dicht besiedelt sind und touristische Angebote für alle Reisebudgets bereithalten, sind die meisten der äußeren Cayes, Mangroven bewachsenen, oder auch sandig und Palmen bestandenen, unbewohnt und ein Paradies für Vögel und Meerestiere.
Immer mehr Besucher entdecken aber auch die Vielfalt des Festlandes: Ausgangspunkt ist die heimliche Hauptstadt der britischen Ex-Kolonie, Belize City, das als einzige Stadt in Belize überhaupt gelten kann, wenn auch der Zusatz „City“ bei knapp 80.000 Einwohnern wahrlich übertrieben ist. Im belebten Straßenbild, dessen Architektur noch immer an die Vergangenheit als „Britisch Honduras“ erinnert, dominiert die schwarze Garifuna Bevölkerung, die auch insgesamt in Belize die mit Abstand größte ethnische Gruppe darstellt. Belize City galt unter Reisenden lange Jahre als gefährliches Pflaster und wird diesen Ruf nur schwer wieder los, auch wenn sich alle Verantwortlichen um eine Verbesserung der sozialen Bedingungen und des oftmals schäbig anmutenden Äußeren bemühen. Dennoch haben sich auch zu früheren Zeiten Kriminalität und vor allem Gewaltkriminalität nie vorrangig gegen Touristen gerichtet. Wer die üblichen Vorsichtsmaßnahmen beherzigt, sollte sich nicht davon abhalten lassen, die überschaubare Stadt für sich zu entdecken. Belize City ist auch der Ausgangspunkt für die nördlichen Cayes, für Touren zu den Naturattraktionen des Hinterlandes und den ca. 50 km außerhalb  gelegenen, sehenswerten Zoo, der unter anderem die einzig verlässliche Adresse für all diejenigen ist, die einmal einem der vielfotografierten aber selten gesehenen Jaguare begegnen wollen. Begehrte Reiseziele in Belize sind – wie im benachbarten mexikanischen Yucatán und in Guatemala auch – die Mayastätten. Die bedeutendsten unter ihnen sind das einst mächtige Caracol, das noch wenig erforscht im dichten Urwald nahe der guatemaltekischen Grenze liegt, und die Ruinen von Lamanai am Westufer der New River Lagoon, zu denen man am besten per Boot gelangt. Belize hat – ähnlich wie Costa Rica – frühzeitig das Potential des naturnahen Tourismus erkannt und setzt verstärkt auf eine Zielgruppe, die bereit ist, für das Privileg der Abgeschiedenheit in sogenannten Lodges, verbunden mit luxuriöser Rustikalität, einen entsprechenden Preis zu zahlen. Diese Lodges, die in oder zumindest nahe bei den zahlreichen Naturreservaten und Schutzgebieten liegen, bieten ihren Gästen unterschiedlichste Touren, Exkursionen und Aktivitäten an. Sieht man von den touristisch erschlossenen Cayes und Belize City ab, gibt es in Belize lediglich zwei gewachsene Orte, die auch komfortable Unterkünfte für Reisende bereithalten und sich als Standort für einen längeren Aufenthalt, oder als Ausgangspunkt für Touren ins Umland eignen. Neben San Ignacio nahe der Grenze zu Guatemala, Ausgangspunkt für Xunantunich, Caracol und die bis zu 1000m hoch aufragenden Maya Mountains, ist vor allem Placencia, auf einer schmalen Landzunge an der Küste südlich von Dangriga gelegen, bei jungen Individualreisenden beliebt, die hier das entspannte, von Reggaerhythmen begleitete Strandleben pflegen, unterbrochen von Touren und kurzen Ausflügen zu den Brüllaffen und Langschwanzpapageien am Monkey River, oder Schnorchel- und Tauchausflügen zu den Southern Cayes.