Xunantunich

Die wichtigsten Bauten der „steinernen Frau“, wie Xunantunich frei übersetzt heißt, entstanden – im Unterschied zu vielen anderen Mayastätten – in einem vergleichsweise kurzen Zeitraum, nämlich innerhalb des 8. Jahrhunderts.

Diese späte Entwicklung zu einem Zeitpunkt, als andere Zentren bereits im Niedergang begriffen waren, erklären Forscher damit, dass Xunantunich vermutlich eine Satellitenstadt des großen Naranjo im Petén gewesen ist. Als dessen Dynastie ins Wanken geriet, ergriff die lokale Elite Xunantunichs die Gelegenheit und übernahm die Kontrolle über die eigene Stadt.
Der „El Castillo“ genannte Komplex ist mit seiner Höhe von 40 Metern das auffälligste Bauwerk der kompakten Anlage und zugleich das zweithöchste Gebäude der Mayakultur in Belize. Seine obere Ebene war einst von einem großen Stuckfries umgeben, dessen restaurierte Reste astronomische Symbole darstellen.
Von ihr kann man die dreigeteilte Plaza Xunantunichs ebenso überblicken wie die Wälder des Cayo Districts bis nach Guatemala.
Im neuen Museum der Anlage befindet sich ein dreidimensionales Modell Xunantunichs, sowie ausführliche Erläuterungen zur Stellung der Stadt innerhalb der Welt der Maya.