Hintergrund

Das Territorium des heutigen Kolumbiens wurde als Tor zum südamerikanischen Kontinent bereits sehr früh, d.h. vor 10 000 bis 15 000 Jahren, von Gruppen besiedelt, die aus Nord- und Mittelamerika kommend nach Süden weiterwanderten. Diese ersten Siedler lebten als nomadische Jäger und Sammler, wie die bis dato ältesten Funde in El Abra (ca. 50km nördlich […]

Das Territorium des heutigen Kolumbiens wurde als Tor zum südamerikanischen Kontinent bereits sehr früh, d.h. vor 10 000 bis 15 000 Jahren, von Gruppen besiedelt, die aus Nord- und Mittelamerika kommend nach Süden weiterwanderten.

Diese ersten Siedler lebten als nomadische Jäger und Sammler, wie die bis dato ältesten Funde in El Abra (ca. 50km nördlich von Bogotá) belegen. Auch weitaus später boten das Plateau und die Savanne von Bogotá die günstigsten Voraussetzung für die Entwicklung komplexerer Gesellschaften, die sich durch die Entwicklung einer intensiven Landwirtschaft, die Verwendung von Kalendern, Hieroglyphen und religiösen Ritualen auszeichneten. Die Bevölkerung lebte in Dörfern, war in soziale Klassen unterteilt, und politische und religiöse Ämter wurden in matrilinearer Folge vererbt.

Die politisch-soziale Organisation der meisten Gruppen, so z.B. San Agustín, Tumaco, Tierradentro, Quimbaya, Zenú, Malagana, Pastos, Quillacingas, Guanes und Pijaos beruhte auf dem so genannten Cacicazgo (Cacique, Häuptling, Priesterfürst), dem ein lokaler Führer vorstand, dessen Macht sich sowohl auf den religiösen als auch auf den administrativen Bereich erstreckte.

Übergeordnete Organisationsformen, die aus ganzen Dorfverbänden bestanden, fanden sich nur bei den Tayrona und Muisca.

Im 15.Jahrhundert stellten drei Kulturfamilien die große Mehrheit der indigenen Bevölkerung des heutigen Kolumbiens: Die Kariben lebten an der Karibikküste, die Arawak entlang der Flüsse Caquetá, Amazonas und Putumayo und die zur Sprachfamilie der Chibcha zählenden Muisca siedelten in der Sierra Nevada de Santa Marta und den Hochtälern im Zentrum des Landes.

Goldfloß im Museo del Oro, Bogotá, Kolumbien

Der erst 1969 gemachte Fund des berühmten Goldfloßes der Muisca belegt eindrucksvoll die Kunstfertigkeit der Muisca in der Metallbearbeitung und schien zudem die Legende von El Dorado zu bestätigen. Die dargestellte Szene beschreibt die Machtübernahme eines neuen Priesterkönigs, bei der dieser, begleitet von seinem Gefolge, auf die Lagune Guatavita hinausfuhr, um Opfergaben aus Gold und Smaragden in den See zu werfen und den Goldstaub, mit dem sein Körper bedeckt war, anschließend im Seewasser abzuwaschen.

Da diese Gruppen keine Monumentalbauten hinterließen wie die mittelamerikanischen oder peruanischen Kulturen, wurden sie von der Geschichtsschreibung und Archäologie bis ins 20. Jahrhundert ignoriert.

Heute gehören Kolumbiens bedeutendste archäologischen Stätten San Agustín, Tierradentro und bald auch die versteckt hoch in der Sierra Nevada de Santa Marta gelegene Ciudad Perdida zum UNESCO Weltkulturerbe.

Zeugnis von der hohen Kunst der Metall-, insbesondere Goldverarbeitung der kolumbianischen Völker legt Bogotás legendäres Museo de Oro geradezu im Übermaß ab. Die kolumbianischen Goldschmiedearbeiten gelten sowohl im Hinblick auf ihre technische Fertigkeit als auch ihr kunstvolles Design als die besten des Kontinents (Bild: Reg Natarajan from Vancouver, Canada [CC BY 2.0] via Wikimedia Commons).