Quiriguá

Quiriguá ist eine der kleinsten Mayastädte und beeindruckt weniger durch kolossale Gebäude, als vielmehr durch die riesigen Stelen, die hier zwischen 480 und 806 n. Chr. geschaffen wurden.

Unter ihnen ist mit der 8 Meter hohen und 60 Tonnen schweren “Stele E” die größte der gesamten Mayawelt.
Während der Maya Spätklassik war Quiriguá ein wichtiger Handelsposten zwischen Tikal und Copán, vor allem aber ein Zeremonialzentrum.
Quiriguá war in die Kriege und wechselnden Allianzen zwischen Tikal, Copán und Calakmul involviert.
“Cauac Himmel”, der sechs Jahrzehnte lang von 723 bis 784 n.Chr. Quiriguás Herrscher war, ist Gegenstand von sieben der zwölf Stelen vor Ort.
Eines der wichtigsten Ereignisse in der Stadtgeschichte war denn auch die Gefangennahme des berühmten Herrschers von Copán „18 Kaninchen“ durch Quriguás “Cauac Himmel”. Eine der Stelen berichtet davon, dass „18 Kaninchen“ auf Quiriguás Plaza im Rahmen eines Opferritus geköpft wurde.
In der Herrscherchronologie Copáns entstand daraufhin eine Lücke von über 20 Jahren.
Eine ikonographische Besonderheit einiger Stelen ist, dass auf ihnen Herrscher mit Bärten, ähnlich denen, die sich in ägyptischen Darstellungen finden, dargestellt sind. Außergewöhnlich sind auch Quriguas zoomorphe Steinskulpturen, darunter der als “Zoomorph P” bezeichnete Schildkrötenaltar.
Quiriguá wurde zur selben Zeit wie Tikal, nämlich gegen Ende des 9.Jahrhunderts, verlassen. Die Stätte gehört seit 1981 zum Weltkulturerbe der UNESCO.