Cobán

Die freundliche Hauptstadt des Departments Alta Verapaz liegt inmitten immergrüner Wälder und Felder auf 1320m Höhe.

Sie ist ein bedeutendes landwirtschaftliches Zentrum. So gilt Cobán als Guatemalas wichtigste Kaffeeanbauregion und als weltweit wichtigster Exporteur von Kardamom.
Im mild-feuchten Höhenklima gedeihen auch Orchideen in großer Vielfalt. Eine der bedeutendsten Orchideenzuchten sind die Viveros Verapaz, die auf eine Gründung des deutschen Einwanderers Otto Mittelstaedt zurückgehen. Die Sammlung umfass rund 35000 Pflanzen mehrerer hundert Arten, darunter auch Miniaturen und Guatemalas Nationalblume Monja Blanca (weiße Nonne, Lycaste virginalis).
Manche der Pflanzen sind nur mit dem Vergrößerungsglas zu erkennen, andere, wie die Vanille oder eine Variante mit Kokosaroma, duften. Eine Art, die von Moskitos bestäubt wird, stinkt dagegen wie ein schwitzendes Säugetier.
Vom späten 19. Jahrhundert bis zum Zweiten Weltkrieg kolonisierten überwiegend deutsche Kaffeebauern Alta Verapaz, und Cobán wurde zu einer Exklave europäischer Kultur in Guatemala.
Die Finca Margarita, eine der größten Kaffeefincas der Gegend, kann man im Rahmen einer Tour besichtigt werden. Sie wurde 1880 von der deutschen Familie Dieseldorff gegründet, deren Nachfahren sie noch heute betreiben. Ein anderes Familienmitglied, Erwin Paul Dieseldorff, gilt als einer der Begründer archäologischer Studien zur Kultur der Maya. Die Führer erläutern die Geschichte des Anbaus und der Herstellung des Kaffees. Die Tour endet mit einer Verkostung, in deren Rahmen man zwischen Kaffeesorten des Tieflandes, der Mittellagen und des Hochlandes sowie der unterschiedlichen Mischungen zu differenzieren lernt.
Einem einzigartigen Vorfall während der Kolonialisierung verdankt es die Region um Cobán heute, dass ihre indigene Kultur weitgehend erhalten geblieben ist. Alta Verapaz wurde nie „erobert“, vielmehr konvertierte der Führer der als kriegerisch geltenden K´ekchi Maya, Juan Matalbatz, freiwillig zum Christentum und verbündete sich mit den Dominikanern. Bis heute sind die dominierenden Sprachen in Alta Verapaz K’ekchi und Pocomchí, nicht das Spanische.
El Calvario ist Cobáns wichtigste Kirche. Zu ihr führt eine über 1000 Stufen zählende Treppe, an der drei Altäre aufgebaut sind. Der erste von ihnen, Los Tigrillos, dient der Wunscherfüllung, der zweite, San Salvador, ist der Altar der Liebenden und am dritten, gegenüber dem Eingang zu Kapelle, La Calavera, bittet man um Gesundheit. Von hier kann man auch den besten Blick über die Stadt und das Umland genießen.
Für die meisten Reisenden, die nach Cobán kommen, ist die Stadt aber Ausgangspunkt zum Besuch der Naturattraktionen der Gegend wie die Höhlen von Lanquín und die Flussterrassen von Semuc Champey.