Manuel Antonio Nationalpark

Mit gerade einmal 683 Hektar Landfläche ist “Manuel Antonio” der der kleinste Nationalpark Costa Ricas.

Dennoch verkörpert er all jene Elemente, die den Tourismus in Costa Rica ausmachen: weitgehend unberührte Natur mit einer großen Artenvielfalt sowie malerische Strände vor tropisch grüner Inselkulisse. Während der Hochsaison ist der Park auch der mit Abstand meistbesuchte, weshalb die Parkaufsicht vor einiger Zeit dazu übergegangen ist, die tägliche Besucherzahl auf 600 zu begrenzen. Der Nationalpark öffnet seine Pforten von Dienstag bis Sonntag zwischen 7.00h und 17.00h (Hochsaison, in der Nebensaison 8.00h bis 16.00h). Montags bleibt er geschlossen, um der Tierwelt eine Atempause zu gönnen!! Die Wege durch den Park sind auch für Ungeübte und Kinder leicht zu meistern. Am interessantesten ist der nach dem spanischen Wort für Faultier benannte “Perezoso” Weg, von dem sich unterwegs auch schöne Blicke über die Küste und die vorgelagerten Inselchen öffnen.

Zur Vegetation gehören zahlreiche tropische Baumarten, darunter auch Kokospalmen und der zu den Wolfsmilchgewächsen gehörende giftige Manzanillobaum, den man als möglichen Schattenspender am Strand unbedingt meiden sollte, da bereits sein milchiger Saft stark ätzend wirkt. Die vier Strände des Parks sind  Espadilla Sur, Manuel Antonio, Escondido und Playita. Der schönste unter ihnen – wenn auch alles andere als einsam – ist die Playa Manuel Antonio, eine kleine geschwungene Bucht mit – dank des vorgelagerten kleinen Korallenriffs – weißem Sand. Sie ist durch einen “Tombolo” von der Playa Espadilla Sur getrennt. Als Tombolo bezeichnet man eine über die Jahrtausende entstandene natürliche Landbrücke zwischen einer Insel und dem Festland, die durch die kontinuierliche Ablagerung von Sand entstanden ist. Diese verbindet heute die ehemalige Insel Punta Catedral mit dem Festland. Die auffälligsten tierischen Bewohner sind zahllose Kapuzineräffchen, die sich mit Vorliebe an den Abfallbehältern zu schaffen machen, Besucher anbetteln oder dreist bestehlen. Weitaus geringer aber noch immer stattlich ist die Population der zierlichen Totenkopfäffchen und auch die Chancen, Faultire, Waschbären und Agutis zu Gesicht zu bekommen, stehen nicht schlecht. Eher hören als sehen wird man Brüllaffen.An den Stränden patroullieren meist auch einige größere Leguane, die wenig Scheu zeigen.

Diebstahl von nicht tierischer Seite ist zu einem ernstzunehmenden Problem des Parks geworden, weshalb man erst gar keine Wertsachen mitnehmen, bzw. diese während des Badens niemals unbeaufsichtigt am Strand liegen lassen sollte. Eine weitere Kehrseite der touristischen Medaille sind nicht oder nur ungenügend geklärt ins Meer fließende Abwasser der Häuser und Hotels, die sich entlang der Straße von Quépos zum Nationalpark wie Perlen an der Schnur aufreihen. Betroffen ist u.a. der Strand Playa Espadilla (nahe dem Parkeingang), den man aus diesem Grund meiden sollte.

Quepos

Die Kleinstadt Quepos mit ihren 15000 Einwohnern hat wie die meisten costaricanischen Städte wenig Sehenswertes im klassischen Sinn zu bieten. Ihr Name geht auf die indigenen Quepo zurück, die hier zur Zeit der spanischen “Eroberung” lebten. Von den Europäern eingeschleppte Krankheiten, Sklaverei und Kriege mit anderen indigenen Gruppen führten dazu, dass das Volk der Quepo gegen Ende des 19.Jahrhunderts verschwunden war. Bis zu den 1940er und 50er Jahren war Quepos ein wichtiger Bananenexporthafen. Als dann die Bananenplantagen in Quépos und Umgebung erst von der „Sigatoka-“ und später von der „Panama-Krankheit“ befallen und nahezu vollständig vernichtet wurden, war dieses wichtiges Kapitel der Stadtgeschichte beendet. Lediglich die Überreste früherer Hafenanlagen erinnern noch an die Präsenz der United Fruit Company. Heute haben afrikanische Ölpalmenplantagen die Bananen als Cash Crop abgelöst. Dem anhaltenden Boom fallen immer größere Areale einstigen Tieflandregenwaldes zum Opfer. Der Anbau genetisch identischer Palmen in Monokulturen verlangt einen hohen Pestizideinsatz, die biologische Artenvielfalt tendiert gegen Null, das in hohem Maße im Abwasser enthaltene Methan gelangt als Treibhausgas ungehindert in die Atmosphäre. Der größte Teil des Palmenöls wird in der Lebensmittelproduktion verwendet, aber auch die Waschmittel- und Kosmetikindustrie sowie in der Herstellung von Farben, Lacken, Schmierstoffen, Kerzen und Tierfutter weisen jährlich zweistellige Zuwächse des Palmölverbrauchs aus. Eine weitere Verschärfung des Problems stellt die Forcierung scheinbar umweltverträglicher Biokraftstoffe, die ebenfalls aus Palmöl gewonnen werden, dar.