Hintergrund

Während des Eisenbahnbaus wurden Bananen entlang der Strecke zunächst nur als billige und allzeit verfüg- bare Nahrungsmittel für die Arbeiter angebaut.

Doch schon bald wurden aus dem großzügigen Landgeschenk der costaricanischen Regierung Bananenplantagen. Deren Erträge konnten nach Fertigstellung der Bahnlinie 1890 ebenso zu den Verschiffungshäfen gebracht werden, wie der Kaffee des zentralen Hochlandes.
Anders als beim Kaffee, mit dessen Anbau auch Kleinbauern gutes Geld verdienen konnten, blieb jedoch von den Erträgen des Bananenanbaus kaum etwas im Land.
Stattdessen bestimmten bald die Interessen internationaler Konzerne, allen voran die der United Fruit Company (UFC), die Politik vieler lateinamerikanischer Länder bis weit ins 20.Jahrhundert hinein. In dem Maße, in dem die UFC den internationalen Bananenmarkt dominierte, wuchs auch die Abhängigkeit des costaricanischen Handels von den USA und Großbritannien.
Die Arbeitskräfte der Bananenplantagen kamen, wie die Eisenbahnarbeiter zuvor, erneut aus Jamaika. Sie wurden in der noch immer isolierten und dünn besiedelten atlantischen Küstenregion schnell zur dominierenden Kultur.

Um 1913 war Costa Rica weltgrößter Bananenexporteur. Im selben Jahr musste die UFC ihre Produktion teilweise auf Kakao umstellen, da ein als “Panama-Krankheit” bekannter Pilzbefall grosse Teile der Bananenkulturen vernichtet hatte. Schon 1925 stand Kakao an dritter Stelle der Exportgüter des Landes.

Dennoch bestimmte weiterhin der Kaffee, bzw. dessen schwankende Weltmarktpreise, die costaricanische Wirtschaft. So traf denn auch die Weltwirtschaftskrise Costa Rica 1930 mit voller Wucht. Die Bananen- und Kaffeeexporte gingen drastisch zurück, entsprechend weniger Güter konnten importiert werden. Da ein Großteil der staatlichen Einnahmen aus Steuern auf Importe bestand, sanken auch sie dramatisch. Hohe Arbeitslosigkeit, sinkende Löhne und Einkommen, sowie eine Nahrungsmittelknappheit kennzeichneten die Krise. Bereits vor deren Ausbruch hatten städtische Arbeiter und Tausende Bananeros mit zunehmender Vehemenz die Verbesserung ihrer Lebens- und Arbeitsbedingungen gefordert. Auf dem Höhepunkt der Krise wurde schließlich die Kommunistische Partei Costa Ricas zum Sprachrohr der Arbeiter. Mit massiven Streiks demonstrierte sie 1934 ihre Macht und sandte ein deutliches Warnsignal an die traditionellen Eliten.

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Rafael Calderón Guardia (2. v. r.) By Harris-Ewing [Public domain], via Wikimedia Commons

Doch erst 1940, nach dem überwältigenden Wahlsieg Rafael Calderón Guardias, dem Kandidaten und Gründer der christlich sozialistischen Partei (PUSC), kam es zu wesentlichen Reformen.
Es wurde eine Sozialversicherung geschaffen und der Verfassung soziale Garantien angefügt. Zu diesen Garantien gehörten das Recht auf Arbeit, Mindestlöhne, der Achtstundentag, eine 48Stundenwoche, bezahlter Urlaub, das Recht, sich gewerkschaftlich zu organisieren und zu streiken, eine Sozialversicherung, sowie die Schaffung von Arbeitsgerichten.