Ein sogenannter Veldbrand (ein Feuer, das in Busch- und Savannenland auftritt), der vom 22. bis 29. September 2025 im Gebiet des Etosha-Nationalparks tobte, hat mehr als ein Drittel des Graslandes, insbesondere im Westteil des Parks, zerstört.
Zu den am stärksten betroffenen Gebieten zählen Dolomite North und South, Okatutu, Renostervlei, Jackalswater, Halali und das Gebiet zwischen Olifantbad und Halali.
Das Ausmaß der Brände ist auf nebenstehendem Copernicus-Satellitenfoto gut zu erkennen.
Neben zerstörten 853 946 Hektar innerhalb des Parks sind auch 171 098 Hektar Weideland und Gemeinschaftsflächen außerhalb des Parks verbrannt. Landwirte der betroffenen Gegend fürchten Verluste bei ihrem Viehbestand.
Auslöser des Brandes war, wie schon bei anderen Feuern, die illegale Holzkohleproduktion auf einer an den Nationalpark angrenzenden Farm.
Begünstigt wurde das Feuer durch die während der ergiebigen letzten Regenzeit gewachsene Vegetation mit hohem Gras sowie starke Winde.
Dennoch machen viele Namibier die Regierung für das Ausmaß der Brände verantwortlich. Demnach hätten sowohl einfache und kostengünstige Brandschneisen als auch ein generelles Feuermanagement für Nationalparks gefehlt, und die Verantwortlichen hätten erst vier Tage nach Ausbruch des Brandes überhaupt reagiert.
Während bisher nur wenige tote Wildtiere entdeckt worden sind, befürchteten NGOs wie die Namibian Marshall Rangers, dass die Auswirkungen auf kleinere Lebewesen weitaus verheerender sind. Tierarten wie Eidechsen, Schildkröten, Schlangen, Kaninchen, Insekten und nistende Vögel sind betroffen.
Vorerst bleibt nur die Hoffnung, dass die kommende Regenzeit (ab November) ähnlich ergiebig wie letzte sein wird, um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass sich die Vegetation und mit ihr auch die Tierwelt erholen können.
An den touristischen Einrichtungen des Parks wie Camps und Lodges ist kein oder nur minimaler Schaden entstanden und der Etosha-Nationalpark ist regulär geöffnet, dennoch rechnet das Tourismusministerium mit Einbußen während der kommenden 2–3 Jahre.