Hintergrund

Erste größere Proteste gegen die Militärdiktatur gab es im Kontext der weltweiten Rezession Anfang der 1980er Jahre, die sich aufgrund fallender Kupferpreise massiv auf Chiles wirtschaftliche Situation auswirkte: Die Arbeitslosenquote lag bei 25%, die Hälfte der Bevölkerung lebte unter der Armutsgrenze und ein Drittel galt als unterernährt. Die Proteste wurden durch die Verhängung des Ausnahmezustandes niedergeschlagen, und es sollte noch Jahre dauern, bis sich in einem Referendum eine Mehrheit gegen eine weitere Amtszeit Pinochets aussprach.

Dieses Plebiszit war in der vom Militärregime 1980 ausgearbeiteten Verfassung vorgesehen und im Falle seines Scheiterns bestand die Verpflichtung, ein Jahr später freie Wahlen abzuhalten.

1989 wurde der Christdemokrat Patricio Aylwin mit 55 % der Stimmen zum Präsidenten gewählt.

Ein bereits 1978 erlassenes Amnestiegesetz schützte die Militärs vor der juristischen Verfolgung, und Pinochet hatte seiner Person und dem Militär in der umstrittenen Verfassung von 1980 umfangreiche Rechte und Garantien gesichert.

Augusto Pinochet wurde am 16. Oktober 1998 in London auf Grundlage eines Haftbefehls des spanischen Richters Baltasar Garzón wegen der Hinrichtung spanischer Bürger während der Diktatur verhaftet. Er blieb über ein Jahr in Haft, bis der britische Außenminister Jack Straw beschloss, ihn aus humanitären (!) Gründen freizulassen. Der ehemalige General kehrte nach Chile zurück und wurde bis zu seinem Tod 2006 wegen Menschenrechtsverletzungen und unerlaubter Bereicherung angeklagt.

Unter maßgeblichem Einfluss der katholischen Kirche bündelte die Opposition ihre Kräfte in der so genannten Concertación, einem Parteienbündnis, das bis 2009/2010 alle Präsidenten und seit Michelle Bachelet 2006 auch Präsidentinnen stellte.

Das "Wunder von San José"

Das “Wunder von San José”

Bei den Wahlen 2009 setzte sich der rechtskonservative Unternehmer Sebastián Piñera durch, der nach seiner Amtsübernahme mit den Folgen des schweren Erdbebens vom 27.Februar 2010 konfrontiert wurde und sich hier wie auch wenige Wochen später bei der “Wunder von San José” genannten Rettung der 33 Bergleute als volksnaher Macher präsentieren konnte (Bild: Chilenische Regierung [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons).