Panama City – Umgebung

Fährt man von Panama City nach Norden, bietet sich Gamboa als Stopp an. Der kleine Ort wurde von den US-Amerikanern Anfang des 20.Jahrhunderts geschaffen, um die Arbeiter des Kanalbaus zu beherbergen. Über die Jahre hat sich in den Wäldern und Feuchtgebieten dieser Region eine außergewöhnliche Artenvielfalt, vor allem in der Vogelwelt, herausgebildet. So verzeichnen die jährlichen “Christmas Bird Counts” der Audobon Society immer wieder Weltrekorde.

Als perfektes Revier zur Vogelbeobachtung gilt dabei die in den Soberanía Nationalpark führende Pipleline Road (Camino del Oleoducto), ursprünglich eine Versorgungsstraße zur Wartung der namensgebenden Ölleitung. Sie beginnt am Nordrand des Ortes. Hier befindet sich auch das vor wenigen Jahren eröffnete Panama Rainforest Discovery Center. An dessen Ostrand liegt das massige Gamboa Rainforest Resort, zu dessen Einrichtungen u.a. auch ein kleiner Zoo, eine Orchideensammlung sowie ein Schmetterlingsgarten gehören. Das am Flussufer nahe der hoteleigenen Marina gelegene Restaurant bietet sich ggf. für eine Pause an. Vom Beobachtungsturm des Gamboa Rainforest Resort Hotels kann man einen schönen Panoramablick über den Río Chagres genießen.

Fuerte San Lorenzo

Zur Befestigungsanlage an der Mündung des Río Chagres gelangt man, indem man zunächst der Straße nach Colón folgt (Carretera Transístmica), dann der Beschilderung zu den Gatún-Schleusen und diese schließlich an ihrem Nordende überquert. Dann fährt man Richtung des ehemaligen Fort Sherman weiter. Das letzte, nicht asphaltierte Stück bis zum Fort führt durch eine schöne Waldlandschaft. 1980 wurde San Lorenzo gemeinsam mit dem weiter östlich gelegenen Portobelo von der UNESCO ins Weltkulturerbe aufgenommen. Beide gelten als herausragende Beispiele militärischer Architektur des 17. und 18. Jahrhunderts und dienten einst dazu, die transatlantischen Handelswege der spanischen Krone vor Piraten zu schützen. Den Piraten um Henry Morgan gelang es 1671 dennoch, die Besatzung der Festung zur Aufgabe zu zwingen, indem sie brennende Pfeile über die Mauern schossen, die darin befindliche Munitionsvorräte zur Explosion brachten. Den Reiz des Forts machen heute weniger dessen bauliche Überreste aus, als vielmehr seine Lage über der Mündung des Rio Chagres. Vor einigen Jahren wurde die Umgebung der Festungsanlage zum Naturschutzgebiet erklärt, in dessen Ausbau und Entwicklung auch die örtlichen Gemeinden einbezogen sind.

Portobelo

Heutigen Besuchern Portobelos wird viel Fantasie abverlangt bei der Vorstellung, dass sie im einst wichtigsten Hafen des spanischen Kolonialreiches angekommen sind. Das Gold Perus und die Schätze des Orients wurden einst auf Maultierrücken von Panama Stadt über den Camino Real nach Portobelo verfrachtet, von wo sie nach Europa verschifft wurden. Umgekehrt liefen vollbeladene spanische Galeonen Portobelo an, um ihre Waren auf dessen legendären Ferias, riesigen Tauschmärkten, anzubieten, die den gesamten Handel an der amerikanischen Pazifikküste mit europäischen Waren belieferten. Entsprechend attraktiv war Portobelo für Piraten, die regelmäßige Angriffe auf die Hafenfestung verübten. Das heutige Portobelo ist eine seltsame Mischung aus drei historischen Festungsanlagen, einer malerischen karibischen Bucht und einem wenig attraktiven Städtchen. Zu dessen Sehenswürdigkeiten zählen die Kirche Iglesia de San Felipe mit ihrer schwarzen Christusstatue, die alljährlich am 21. Oktober während des “Festival del Cristo Negro”  feierlich durch die Stadt getragen wird. Der Legende nach kam die Figur im 17.Jahrhundert an Bord eines spanischen Schiffes nach Portobelo, von wo sie nach Cartagena in Kolumbien weitertransportiert werden sollte. Doch jedes Mal, wenn der Kapitän auslaufen wollte, zwangen ihn Stürme zur Umkehr, bis er schließlich beschloss, die Statue in Portobelo zurück zu lassen. Ein weiteres sehenswertes Kolonialgebäude stellt die “Real Aduana”, das ehemalige königliche Zollgebäude dar, dessen Beamten sicherstellten, dass die spanische Krone ihren Anteil an den umgeschlagenen Waren erhielt. Es wurde nach mehrfacher Zerstörung durch Piratenangriffe und Erdbeben erst 1998 weitgehend wieder aufgebaut. Unter Portobelos historischen Festungsanlagen ist das in der heutigen Ortsmitte gelegene Fuerte San Jerónimo aus dem 17.Jahrhundert das größte und beeindruckendste. Neueren Datums ist die am linken Ortseingang gelegene Batería Santiago. Gegenüber auf der anderen Seite der Bucht liegt von Wald umgeben das Fuerte San Fernando. Fischer bringen Besucher dorthin oder auch zu Stränden in der Bucht.