Santa Catalina

Der Küstenort am Ostrand des Golfo de Chiriquí mit seinen dunklen Stränden war außerhalb Panamas lange nur bei Surfern bekannt, gilt doch Catalinas Point Break als einer der besten Surfspots Mittelamerika.

Seitdem die Zufahrtsstraße aus Soná asphaltiert wurde, sind die Tage der Abgeschiedenheit gezählt. Schilder, die auf Immobilenmakler und verkaufswillige Landbesitzer hinweisen, lassen auf die kommenden Entwicklungen schließen. Santa Catalina ist in den vergangenen Jahren auch ein zunehmend begehrtes Ziel von Tauchern aus aller Welt geworden. Es ist nicht nur der geographisch nächste Festlandpunkt zum Archipel der Isla Coiba, sondern hat auch interessante lokalen Tauchplätze zu bieten.

Isla Coiba

Die 500 km² große Insel Coiba, 25 km vor der panamaischen Küste gelegen, umgibt die Aura des Geheimnisvollen.
Bis zur schrittweisen Schließung des berüchtigten Gefängnisses, die 1990 begann und erst 2005 mit der Entlassung des letzten Strafgefangenen abgeschlossen war, bekamen nur Insassen und ihre Wachen das Eiland zu Gesicht. In denselben beiden Jahren, 1990 bzw. 2005, erfolgte auch die Ernennung des Archipels zum Meeresnationalpark und die Aufnahme ins Unesco Welterbe. Was für die Insassen der Strafkolonie ein Fluch war, nicht wenige politisch Unliebsame “verschwanden” für immer auf Coiba, erwies sich für die Natur der Insel und der sie umgebenden Gewässer als Segen: Eine wirtschaftliche Ausbeutung der natürlichen Ressourcen fand nicht statt, so dass z.B. bis heute 85 Prozent des Waldes Primärwald sind. Darin tummeln sich zahlreiche bedrohte Arten wie Schopfadler und Hellrote Aras. Unter Wasser verzeichnet die Artenvielfalt 760 Fischarten, 33 Haiarten und 20 Arten von Walen und Delfinen. Insbesondere in den Wintermonaten der Trockenzeit zwischen Januar und März, wenn ein konstanter Nordwind bläst, kommt es zum aufsteigen von Tiefenwasser. Diese kalten, planktonreichen Meeresströmungen ziehen große Fischschulen, Raubfische und auch die seltenen Walhaie an. Während die Lufttemperaturen ganzjährig zwischen 26 und 30 Grad und die Wassertemperaturen an der Oberfläche bei 27 bis 29 Grad liegen, sind es in tieferen Schichten meist nur noch 24 Grad und in kalten Strömungen kann an einigen Plätzen die Temperatur auf 19 Grad abkühlen. Es enstehen Sprungschichten und die Sichtverhältnisse verändern sich mit ihnen. In aller Regel liegt die Sicht im kühlen Bereich zwischen 5 und 10 Meter und im wärmeren Bereich bei 20 bis 25 Meter.

Coiba gehört zu einem Netzwerk von Meeresschutzgebieten, die einen biologischen Korridor im Ostpazifik bilden. Außer Coiba gehören dazu die Islas del Coco vor Costa Rica, die beiden kolumbianischen Inseln Malpelo und Gorgona sowie die Galapagos Inseln (“Corredor Marino de Conservación del Pacífico Este Tropical”). Die Korallenriffe an einigen Inseln dieses Korridors gehören zu den wenigen Riffen des tropischen Ostpazifiks. Das größte unter ihnen liegt wenige Kilometer vor Coibas Westküste und wird Hannibal Bank genannt. Hinter dem Riff fällt der Meeresgrund auf mehrere tausend Meter Tiefe ab.