Sarkophage von Karajia

Die Sarkophage von Karajia gehören zum archäologischen Komplex “Chípuric” der Chachapoya-Kultur und entstanden zwischen 1100 und 1300 n. Chr..

Die bis zu 2,5m hohen Figuren, von der einheimischen Bevölkerung “Puchunmachos” genannt (“alte Männer” in Quechua bzw. Spanisch) stellen eine einzigartige Bestattungsform dar. Sie sind in kleinen Gruppen von vier bis acht Sarkophagen angeordnet, die nebeneinander mit dem Rücken zur Wand in Felsnischen lehnen. Das Innere der aus zwei Teilen (Kopf und Rumpf) zusammengesetzten Sarkophage, die aus Lehm und Bambus geformt sind, barg die Mumien von Kriegern, während die Schädel ihrer Feinde als Trophäen die Köpfe der Sarkophage krönten. Entlang der Gürtellinie sind die weiß gekalkten Figuren mit für die Chachapoyas charakteristischen geometrischen Ornamenten aus rotem Ocker und Holzkohle versehen.

Während man zunächst annahm, dass die Platzierung der Sarkophage in den Felsnischen gewählt wurde, damit die bestatteten Krieger als Wachen fungierten, geht man heute davon aus, dass die Gräber so vor Plünderern geschützt werden sollten. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch, denn als der peruanische Archäologe Federico Kauffmann die Sarkophage 1984 entdeckte, waren viele von ihnen bereits geplündert und beschädigt worden.

Viele Besucher fühlen sich beim Anblick der Sarkophage in Menschengestalt ikonographisch an die Moais der Osterinseln erinnert, ein kultureller Zusammenhang besteht jedoch nicht. Die Statuen befinden sich auf einer 20 Meter hohen Felsklippe, die ohne Bergsteiger-Ausrüstung nicht zu erreichen ist. Um die Sarkophage “von nahem” zu sehen, benötigt man ein gutes Teleobjektiv oder ein Fernglas.

Zum besuch der Stätte werden Tagestouren ab Chachapoyas angeboten.