Cajamarca

Cajamarca nimmt für sich den zweifelhaften Ruhm in Anspruch, die historisch bedeutendste Stadt Südamerikas zu sein, denn es ist hier gewesen, wo der spanische “Conquistador” Pizarro nach einem beispiellosen Gemetzel den Inkafürsten Atahualpa gefangennahm.

Noch heute ist der Raum, den der Gefangene im Gegenzug für seine Freilassung mit Gold und Silber zu füllen versprach, die bekannteste Sehenswürdigkeit der Stadt, auch wenn es sich bei “El Cuarto del Rescate” wohl eher um das damalige Gefängnis Atahualpas handelt. Nachdem Atahualpa sein Versprechen erfüllt hatte, ließ ihn Pizarro wie geplant hinrichten.

Heute gilt Cajamarca als eines der bekanntesten touristischen Ziele in Nordperu und gehört zum Kulturerbe der Amerikas. Zu den sehenswertesten Bauten der Stadt gehören neben der Kathedrale die barocken Kirchenbauten der Iglesia de San Francisco und La Recoleta. Allen ist gemeinsam, dass sie aus kunstvoll von Hand behauenen vulkanischen Steinen errichtet wurden und ihre Türme einst nicht fertiggestellt wurden, um eine zu Kolonialzeiten von Spanien erhobene Steuer zu umgehen. Die auch Santa Catalina genannte Kathedrale beeindruckt in ihrem dreischiffigen Inneren durch einen mächtigen Altar, der aus Messing gegossen und vollständig mit Blattgold überzogen ist.

Vor Ankunft der Spanier war Cajamarca (Quechua: Kashamarka, ‚Land der Dornen‘) von Mitgliedern der gleichnamigen Kultur, die wiederum auf die Chavín-Kultur zurückging, besiedelt (ca. 500-1000 n.Chr.). Als die Inka Cajamarca um 1465 eroberten, wurde es zu einem strategisch wichtigen Posten an der Inkastraße auf halbem Weg zwischen Quito und Lima, der half, die Inkavorherrschaft über Perus Norden zu festigen.

Aus vorspanischer Zeit stammen auch die außerhalb der Stadt gelegenen Sehenswürdigkeiten:            Cumbemayo
Die Bezeichnung „Cumbemayo“ stammt aus der Quechua-Sprache und bedeutet “gut gebauter Kanal”. 20 km von Cajamarca entfernt wurde vor ca. 700-1000 Jahren auf einem 3400 m hohen Bergrücken ein schnurgerades Aquädukt in den Fels geschlagen, das der Bewässerung diente. Ein künstlich ausgehöhlter Felsblock in Form eines Menschenkopfes, Santuario genannt, diente wahrscheinlich als Grabstätte. In den umliegenden Höhlen wurden zudem Felsmalereien entdeckt. Hier ragen auch die Frailones (“Klosterbrüder”) aus dem Boden. Diese spitzen Felsnadeln erinnern tatsächlich an Mönche. Die Ventanillas de Otuzco (“Fensterchen”) befinden sich ca. 7 km nördlich von Cajamarca. Die künstlichen Felsnischen dienten vor ca. 1400 Jahren der Cajamarca-Kultur als Felsgräber. Zusätzlich wurden Abflussrinnen hinzugefügt, damit die Höhlen bei starkem Regen nicht überschwemmt wurden. In den 6 km östlich von Cajamarca gelegenen vulkanischen Thermalquellen von Pultumarca, „Baños del Inca“ genannt, soll schon Atahualpa gebadet haben.