Leymebamba

Das kleine, malerisch gelegene Dorf im gleichnamigen Distrikt verdankt seine Berühmtheit einem verheerenden Sturm.

Hirten hatten die Mumien und Grabbeigaben an der Laguna de los Cóndores 1996 entdeckt, nachdem ein Sturm den Bewuchs oberhalb der Uferböschung hinweggefegt hatte und den Blick auf Gebäude in einer Felsnische freigab. In einer ebenso mühsamen wie aufwändigen Expedition wurden 219 Mumienbündel in Booten und auf Pferderücken zwischen August und November 1997 nach Leymebamba gebracht, wo dank österreichischer Gelder ein Museum errichtet wurde. In ihm sorgt ein eigens konstruierter „Mumienraum“ für die optimale Lagerung und schafft ideale Konservierungsbedingungen. Der Konservierungszustand der bei der Laguna de los Cóndores gefundenen Mumien ist außergewöhnlich, bedenkt man das feuchte Klima und die hohen Niederschläge der Region. Die Überhänge über den Felsnischen, in denen die Mumien gefunden wurden, scheinen dem Regen widerstanden und für ein kühles, trockenes Mikroklima gesorgt zu haben, in dem auch organische Materialien die Zeit überdauern konnten.

Vor dem Kontakt mit den Inka scheinen die Chachapoyas ihre Toten nicht einbalsamiert zu haben, sondern lediglich klimatisch geeignete Orte für die Bestattung ausgewählt zu haben. Erst unter dem Einfluss der Inka haben sie Techniken des Einbalsamierens und Ausweidens der Körper übernommen. Die Haut der Toten wurde behandelt, so dass sie eine ledrige Konsistenz annahm. In Mund, Wangen und Nase wurde ungesponnene Baumwollpäckchen gesteckt, die dafür sorgten, dass die Gesichtszüge der Verstorbenen erhalten blieben. Die inneren Organe wurden entfernt und damit  Zersetzungsprozesse gebremst. Nachdem die Körper so auf ihr minimales Volumen und Gewicht reduziert waren, wurden sie mit mehreren Lagen von Tuch zu Bündeln von Kindesgröße geschnürt. Diese textilen Hüllen haben ebenfalls zum guten Erhaltungszustand der Mumien beigetragen. Auf den Gesichtsbereich wurden schließlich stilisierte Gesichter aufgestickt.