Arequipa

Das auch als “weiße Stadt“ bekannte Arequipa wurde 1540 von Garcí Manuel de Carbajal, einem Emissär Pizarros als „Villa Hermosa de Nuestra Señora de la Asunción“ gegründet.

Während der Kolonialzeit gelangte Arequipa zu Wohlstand und war bekannt für seine Loyalität zur spanischen Krone. Mit dem Ende der Kolonialzeit und der Unabhängigkeit von Spanien 1821 kam Arequipa auch zu politischer Bedeutung und wurde von 1835 bis 1883 zur Hauptstadt Perus.

Arequipas historisches  Zentrum mit seiner prächtigen Kathedrale und dem nicht minder beeindruckenden Kloster Santa Catalina wurde im Jahr 2000 in den Status des Weltkulturerbes erhoben. Die Art und Weise, wie sich in den sakralen und profanen Bauten der Stadt europäische und indigene Elemente begegnen wird auch als arequipenische Schule bezeichnet, die eine Sonderform des so genannten Mestizo-Barock darstellt. Die meisten historischen Gebäude sind aus geschnittenen Werksteinen errichtet, die durch Kalkmörtel verbunden sind. Dass das weiße bis rosafarbene Vulkangestein (Sillar), aus dem die Mauersteine geschnitten wurden, weich, leicht und wetterfest ist, ließ viele Bauwerke auch Erdbeben schadlos überstehen.

Arequipas malerische Lage vor der Kulisse dreier Vulkane, darunter der fast 6000m hohe Misti, täuscht über das ausgeprägte Erdbebenrisiko, dem die Stadt ausgesetzt ist, hinweg. Die Kathedrale, deren klassizistische Fassade die Nordseite der Plaza de Armas einnimmt, stammt in ihrer heutigen Form aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Ihre beiden Türme waren beim letzten großen Erdbeben 2001 eingestürzt und mussten wieder aufgebaut werden.

Zur Herkunft des Namens Arequipa gibt es zwei Thesen: Zum einen wird er auf die Aymara Begriffe quipa (dahinter) und ari (Gipfel) zurückgeführt, zum anderen auf den Quechua-Ausdruck ari quipay, was übersetzt “Ja, bleibt!” bedeutet und dem Inka Mayta Cápac zugeschrieben wird.

Arequipa gilt als Ausgangspunkt der gastronomischen Renaissance Perus, in die seit Jahren nicht nur zahllose Köche Mühe und Fantasie, sondern das Tourismusministerium auch viel Geld in Form internationaler Werbekampagnen investiert hat. Bis heute gelten die so genannten Picanterías, provisorisch anmutende Esslokale, die auch als Orte des sozialen Austauschs dienen, als authentischste Möglichkeit, traditionelle Gerichte zu probieren.