Medellín

Die einstige Welthauptstadt des Kokains hat in den vergangenen Jahren einen erstaunlichen Imagewechsel vollzogen.

Medellín verdankt seine Metamorphose einer innovativen Stadtplanung, deren Bau- und Infrastrukturprojekte nicht nur repräsentativen Charakter haben.
Zu diesen Projekten gehört neben Schulen, Krankenhäusern und Parks das Metrocable genannte Seilbahnsystem, das ähnlich dem im bolivianischen La Paz vor allem die ärmeren Stadtteile stärker in die Stadt einbezieht.
Das Seilbahnsystem ist an die überirdisch verkehrende Metro angebunden, die das Zentrum als Nord-Südachse parallel zum Fluss Medellín durchschneidet.
Sie stellt auch für Touristen die beste Möglichkeit dar, Medellín auf eigene Faust zu erkunden.
Medellíns traditionelle Sehenswürdigkeiten gruppieren sich im „Centro“ genannten Viertel La Candelaria: Auf der auch Plaza Botero genannten Plazoleta de Esculturas stehen zahlreiche Skulpturen des namensgebenden kolumbianischen Malers und Bildhauers.
Auch das mächtige Gebäude des Museo de Antioquia beherbergt neben präkolumbianischen und kolonialen Artefakten zahlreiche Werke Fernando Boteros sowie dessen private Kunstsammlung.
Die Ostseite der Plaza Botero nimmt der eher an eine neugotische Kirche erinnernde Bau des Palacio de la Cultura Rafael Uribe Uribe ein, dessen komplizierte Konstruktion in Schwarz-Weiß auf den belgischen Architekten Agustin Goovaerts zurück, der das Gebäude 1925 als Regierungssitz von Antioquia entwarf.
Nur wenige Straßenblocks nordöstlich der Plaza Botero trifft man auf den (tagsüber) belebten Parque Bolívar mit der aus Ziegeln erbauten Kathedrale der Stadt an seiner Nordseite.
An der Südseite des Platzes beginnt die Carrera Junín, ehemals wichtigste Einkaufsstraße der Stadt, die vor einigen Jahren in eine Fußgängerzone umgewandelt wurde.
Zu Hochzeiten des Drogenkriegs hatten sich die Bürger aus dem Zentrum zurückgezogen und sich in Poblado, dem bis heute wohlhabendsten Viertel der Stadt, angesiedelt.
Hier, im Süden des Stadtzentrums, findet man die besten Hotels, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten für die Bewohner der Apartmenthäuser, die sich an der Ostseite des Valle de Aburrá auftürmen.
Auch Medellíns berühmtes Nachtleben hat hier im Parque Lleras eines seiner Epizentren.
Mit dem MAMM, dem Museo de Arte Moderno, das vor kurzem einen neuen Erweiterungsbau erhielt, beherbergt Poblado auch eines der interessantesten Museen seiner Art des Landes.
Absolut sehenswert ist auch die Casa de la Memoria, die als interaktives Museum und  „Haus der Erinnerung“, die Geschichte von Gewalt und Gegengewalt erzählt und so als Gedächntnis der Stadt fungiert.
Bestenfalls fragwürdig ist hingegen der Pablo-Escobar-Tourismus, bei dem Touranbieter Besuchergruppen zu Schauplätzen im Leben des berüchtigten Drogenbosses führen und diesen zum Helden verklären.