Copacabana – Titicacasee

Die Kleinstadt auf einer Halbinsel im südöstlichen Teil des Titicacasees gilt als Boliviens bedeutendster Wallfahrtsort.

Zum peruanischen Teil des Titicacasees und Puno.

Alljährlich am 2. Februar und am 5. August finden Patronatsfeste zu Ehren der “Virgen de la Candelaria de Copacabana”, der Schutzheiligen Boliviens,  statt. Die Verehrung der Pilger gilt einer knapp einen Meter hohen, aus dunklem Holz geschnitzte Marienstatue, die Tito Yupanqui 1576 nach einer Marienerscheinung geschaffen hat. Der evangelisierte Aymara war Enkel des Huayna Cápac, dem 11. Herrscher der Inka und Sohn von Vaca Túpac Inca, einem Halbbruder Atahualpas. Ihr werden seither zahlreiche Wunder und Heilungen zugeschrieben und sie wird u.a. als Schutzheilige des Titicacasees verehrt.

Copacabana liegt an einer weitgeschwungenen Bucht, eingerahmt zwischen zwei Hügeln, dem Cerro Calvario, zu dem eine lohnende Wanderung über einen aus 14 Stationen bestehenden Kreuzweg führt, und dem Cerro Sancollani. Das Zentrum des Ortes beherrscht die mächtige Basilika, deren Bau bereits im 17. Jahrhundert begonnen, aber erst 1820 im maurisch anmutenden Stil vollendet wurde.

Copacabana ist auch Ausgangspunkt für Bootstouren zu den Inseln Isla del Sol und Isla de la Luna, die beide als wichtige Ursprungsorte der Prä-Inka-Kultur gelten. Der Legende nach ist der erste Inka, Manco Capac, über einen Felsen auf der Sonneninsel („Titi-Karka“, oder „Puma-Felsen“; “titi” = große Katze bzw. Puma und „karka“ = Stein, Felsen) auf die Erde gestiegen. Auf Quechua hingegen heißt “titi” Blei oder bleifarben und “qaqa“ heißt Felsen, also „bleierner (bleifarbener) Felsen“.

Die Isla del Sol liegt etwa 20 Kilometer nördlich Copacabanas und bildet gewissermaßen einen Ausläufer der großen Halbinsel, die zwischen Chucuito- und Winaymarkasee liegt. Sie ist knapp zehn Kilometer lang und maximal sechs Kilometer breit, ihre Längsausrichtung verläuft von Nordwest nach Südost. Ihr Uferbereich ist  von Buchten und kleinen Halbinseln geprägt. Insgesamt gibt es rund 3000 dauerhafte Inselbewohner, die überwiegtend vom Tourismus und nur noch zu einem geringeren Teil von Ackerbau und Fischfang leben. Auf der Insel befinden sich mehrere Inka–Ruinenkomplexe. Wer gut akklimatisiert ist, kann die Insel z.B. von Norden (Challapampa) auf gut markierten Wegen nach Süden bis zum Bootsanleger bei Yumani, dem größten Ort der Insel, durchwandern. Die “Chinkana” (Labyrinth) genannte Ruinenanlage befindet sich bei Challapampa und die drei heiligen Brunnen der Inka, zu denen 206 Terrassenstufen führen, nahe Yumani. Zur Insel verkehren sowohl Tourboote lokaler Anbieter als auch öffentliche Passagierfähren ab dem Pier in Copacabana.

Auch das bolivianische Copacabana kann einen perfekt geschwungenen Strand aufweisen. Tatsächlich ist es Namensgeber der berühmten Badebucht von Rio de Janeiro, vor dessen Küste ein Schiffbrüchiger einst die Jungfrau von Copacabana um Hilfe anrief und gelobte, im Falle seiner Rettung dort, wo er sicher an Land gelangen würde, ihr zu Ehren eine Kapelle zu errichten.

Titicacasee

Der Titicaca-See ist Südamerikas größter See und zugleich das höchstgelegene kommerziell schiffbare Gewässer der Erde. Mit einer Fläche von 8288 Quadratkilometern ist er nahezu 13-mal größer als der Bodensee. Er liegt auf 3810 m ü.M., ist 194 km lang, 65 km breit und hat eine maximale Tiefe von 210 Metern. Mehr als 25 Flüsse fließen in den Titicaca-See, jedoch hat er mit dem Río Desaguadero, der etwa zehn Prozent des überschüssigen Wassers befördert, nur einen Abfluss. Das restliche Wasser verdunstet in der knochentrockenen Luft. Einst hatte der See eine weit größere Ausdehnung, so lag zum Beispiel die heute 20 km entfernt gelegene Ruinenstadt von Tiwanaku ursprünglich am Ufer des Sees.

Große und kleine Inseln scheinen in seinem unergründlichen Dunkelblau zu schwimmen (die von Menschen geschaffenen unter ihnen tun dies tatsächlich). Einige von ihnen beherbergen Relikte der Inka oder präinkaischer Kulturen. Trotz der mit 10-12 °C sehr niedrigen Jahresdurchschnittstemperatur des Wassers stellt der See im Verhältnis zum Umland einen großen Wärmespeicher dar, so dass auf den Feldern um den See Kartoffeln, Gerste, Mais und Quinoa gut gedeihen. Die Region des Titicaca-Sees wird als das Ursprungsgebiet des Kartoffelanbaus angesehen. Eine wichtige Nahrungsquelle für die Bevölkerung stellt der Fischreichtum des Sees dar. Dieser ist – wie das Ökosystem des Sees ingesamt – bedroht: Zum einen sinkt der Wasserspiegel stetig, bedingt durch eine verkürzte Regenzeit und die abschmelzenden Andengletscher, aus denen sich die Zuflüsse des Sees speisen, zum anderen verunreinigen giftige Abwässer aus meist illegalen Minen und ungeklärte Abwässer der Großstadt Puno den See.

Ungeachtet eines wenig effizienten Abkommens, das Peru und Bolivien 2006 zum Schutz des Sees geschlossen haben, ernannte der “Global Nature Fund” den Titicacasee zum “bedrohten See 2012”.