Cochabamba

Die 630 000 Einwohner zählende Hauptstadt des gleichnamigen Departamentos liegt in einem Andental auf 2400m Höhe.

Das gemäßigte Klima und die fruchtbaren Böden der Gegend haben Boliviens viertgrößter Stadt auch die Beinamen als „Gartenstadt“ und „Stadt des ewigen Frühlings“ eingetragen.
Bereits zu Zeiten des Inka-Herrschers Huayna Capac wurden in Cochabamba große Anbauflächen zur Versorgung des Inkareiches mit Mais angelegt und von 14000 zwangsumgesiedelten Landarbeitern (mitímas) bewirtschaftet.
In jüngerer Vergangenheit gelangte Cochabamba durch den so genannten Guerra del Agua „Wasserkrieg“ in die internationalen Schlagzeilen.
Nach der vom IWF erzwungenen Privatisierung der Wasserversorgung kam es ab Anfang 2000 zu montelangen Protesten gegen das vom US-Konzerne Bechtel dominierte Konsortium Aguas de Tunari, bis die Regierung im April desselben Jahres, nach gewaltsamen Zusammenstößen von Demonstranten und Polizeikräften, einem Generalstreik, sieben Toten und hunderten Verletzten die Privatisierung zurücknahm.
Cochabamba ist heute eine moderne Stadt, die nur noch wenige Gebäude aus Kolonialzeiten aufweist. Für die meisten Bolivienreisenden ist sie eine Durchgangsstation zwischen Altiplano und Tiefland. Ihre Sehenswürdigkeiten sind schnell aufgezählt:
Weithin sichtbar thront die 33,40 m hohe Christusstatue des Cristo de la Concordia auf dem Cerro de San Pedro über der Stadt. Mehr als tausend Stufen und eine Seilbahn führen zu ihr hinauf. Sie wurde zwischen 1987 und 1994 als höchste Christusstatue der Welt nach dem Vorbild des Cristo Redentor in Rio de Janeiro erbaut.
Diesen Titel musste sie 2011 an die Statue im polnischen Swiebodzin abtreten.
Einen Superlativ als einer der größten Märkte Südamerikas beansprucht auch Cochabambas Mercado La Cancha, dessen chaotisches Gewirr aus Freiluftständen und Gebäuden sich im Norden und Osten des alten Bahnhofs erstreckt. Hier kann man vom Hühnchen bis zu Computern alles Erdenkliche erwerben, wenn auch nicht immer legal.
Weitaus nobler ist das zu Beginn des 20.Jahrhunderts in einem gelungenen Stilmix erbaute ehemalige Domizil des Zinnbarons Simón Iturri Patiño, das als Palacio Portales der Öffentlichkeit im Rahmen geführter Rundgänge zugänglich ist. Patiños Vorliebe für elegante Gebäude kann man auch im rund 20km nordwestlich von Cochabamba gelegenen Dorf Pairumani bewundern. Dort steht die fürstliche, nach Patiños Frau benannte Villa Albina inmitten eines parkähnlichen Gartens.
Mit dem Jardin Botanico „Martin Cardenas“ besitzt Cochabamba schließlich noch einen sehenswerten botanischen Garten am Nordwestende des Cerro San Pedro. Seine Sammlung umfasst im wesentlichen die Flora der Provinz Cochabamba, aber auch Baumarten aus allen Kontinenten.