Hintergrund

Was Walker misslang, schafften die amerikanischen Obstkonzerne.

Ihre skrupellose politische Einflussnahme im Dienste ihrer ökonomischen Interessen machte Honduras zur Bananen- republik. Ende des 19.Jahrhunderts kauften sie fruchtbare Landstriche in Honduras‘ Norden auf. Die US-Konzerne Standard Fruit, Cuyamel Fruit und United Fruit Company beherrschten den weltweiten Bananenmarkt und teilten sich bereits 1913 75% aller honduranischen Plantagen, aus denen mehr als die Hälfte aller honduranischen Exporte hervorgingen.
Ihren politischen Machtanspruch, der sich aus dieser wirtschaftlichen Stellung ableitete, setzten die Konkurrenten durch, indem sie sich mit wechselnden politischen Fraktionen verbündeten, auch schon mal einen Militärputsch finanzierten, oder gar US-Marines ins Land riefen, um ihre Investitionen zu schützen. Eisenbahnkonzessionen, die die honduranische Regierung vergab, waren mit großzügigen Land-Geschenken an die Eisenbahngesellschaften verbunden. Anstatt jedoch die Infrastruktur des Landes zu verbessern und die größeren Städte an ein Verkehrsnetz anzubinden, nutzten die Obstkonzerne die Konzessionen zur Vergrößerung ihrer Anbauflächen und die Eisenbahnen wurden letztlich nur zum Transport der Früchte zum nächsten Exporthafen gebaut.

„El Pulpo“ – die Krake, wie die seit 1929 mit der Cuyamel Fruit Company des Samuel Zemurray fusionierte United Fruit Company (UFCo) genannt wird, wuchs zur einflussreichsten politischen Macht der Region, mit ausgezeichneten Verbindungen zu den verschiedenen Diktaturen. Seit seiner Unabhängigkeit kann Honduras auf ca. 300 interne Rebellionen, Bürgerkriege und Regierungswechsel zurückblicken, von denen die meisten im 20. Jahrhundert stattfanden. Einen ewigen Rekord in formeller Stabilität stellte die Regierungszeit von Tiburcio Carías Andino dar, der sich mit Hilfe seiner guten Kontakte zu ausländischen Firmen und benachbarten Diktatoren von 1932 bis 1949 an der Macht hielt.