Hintergrund

Lazaro Chacón, der 1926 an die Macht kam, bewilligte der Gesellschaft eine Steuerbefreiung für 25 Jahre. Unter der Rechts-Diktatur Jorge Ubico Castañedas (1931-1944) verschlimmerten sich die Verhältnisse weiter. Politische Gegner wurden gefoltert oder ermordet. Als er im Juni 1944 die Verfassungsrechte außer Kraft setzte und den Ausnahmezustand verhängte, kam es zu anhaltenden Massenprotesten und Streiks. Im Laufe einer Demonstration wurde am 25.Juni die Lehrerin María Chinchilla ermordet. Ihr zu Ehren wird der in Lateinamerika übliche “Tag des Lehrers” (Día del Maestro) in Guatemala am 25. Juni begangen. Studentenproteste und schließlich ein Generalstreik führten im Oktober 1944 zur “Revolution”, die den Diktator ins (us-amerikanische) Exil zwang.

Junta, See page for author [Public domain], <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AJuntagobierno1944.jpg">via Wikimedia Commons</a>

Regierungsjunta aus Jacobo Arbenz Guzmán, Jorge Toriello Garrido und Francisco Javier Arana, See page for author [Public domain], via Wikimedia Commons

Die revolutionäre Regierungsjunta aus Jacobo Arbenz Guzmán, Jorge Toriello Garrido und Francisco Javier Arana verabschiedeten kurz darauf eine neue Verfassung, die neben den bürgerlichen Freiheitsrechten auch Sozialrechte anerkannte, die Möglichkeit der Enteignung von Großgrundbesitzern vorsah, und die Armee zu politischer Neutralität verpflichtete.
Aus den ersten freien Wahlen in der Geschichte des Landes im selben Jahr ging Juan José Arévalo Bermejo, ein sozialdemokratischer Reformer, als Sieger hervor. Seine Regierung schuf ein soziales Sicherungs- und ein Gesundheitssystem, gründete landesweit 6000 Schulen und führte die staatliche Bankenaufsicht ein. Bis 1951 überstand Arévalo 25 Umsturz- und Attentatsversuche.

Mural zu Ehren Jacobo Arbenz. Guatemala City, By Soman (Own work) [<a href="http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html">GFDL</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/">CC-BY-SA-3.0</a> or <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.5">CC BY 2.5</a>], <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AGuatearbenz0870.JPG">via Wikimedia Commons</a>

Mural zu Ehren Jacobo Arbenz. Guatemala City, By Soman (Own work) [GFDL] via Wikimedia Commons

Seine Nachfolge trat Jacobo Arbenz Guzmán an, der die Politik seines Vorgängers fortsetzte. Zum damaligen Zeitpunkt besaßen 2,2 Prozent der Bevölkerung über 70 Prozent des Landes, während für 90 Prozent der Bevölkerung (mehrheitlich Maya) gerade einmal 10 Prozent der Landflächen übrig blieben. Arbenz’ Agrarreform sah die Enteignung ungenutzten Landes vor, beziehungsweise sollte es vom guatemaltekischen Staat zu exakt dem Preis gekauft werden, den seine Besitzer in ihren Steuererklärungen angegeben hatten.

Unter den betroffenen Ländereien waren auch die der United Fruit Company. Die UFC-Bosse setzten daraufhin erfolgreich ihre guten Beziehungen zur US-Regierung ein, vor allem zu Präsident Eisenhower und Außenminister John Foster Dulles.

Die USA erklärten Guatemala kurzerhand zum “sowjetischen Satellitenstaat” und überzeugten auch die eigene Bevölkerung in einer großangelegten PR-Kampagne von dieser Theorie. Unter Führung der CIA und unter us-amerikanischem Kommando kam es 1954 von Honduras aus zu einer militärischen Invasion rechter Oppositioneller in Guatemala, die die Regierung Arbenz entmachtete.