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1. Nationale Symbole

Offizieller Landesname: República de Guatemala (Guatemala geht auf den aztekischen Namen Quauhtlemallan zurück, der soviel bedeutet wie „Land der vielen Bäume“.)

Nat flaggeIn Guatemalas Nationalflagge, die wie die Flaggen von Honduras, El Salvador, Costa Rica und Nicaragua auch, von der Fahne der zentralamerikanischen Fördeation inspiriert ist, symbolisiert der zentrale weiße Streifen sowohl das Land, als auch dessen Reinheit, während die beiden blauen Streifen die beiden Ozeane, zwischen denen das Land liegt, repräsentieren.

Lycaste_skinneri_Orchi
Die Orchideenart Monja Blanca (Lycaste virginalis) ist Guatemalas Nationalblume. (Bild: By Orchi (Self-photographed) [GFDL or CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons)

 

Ceiba Baum am Mopán Fluss - San Ignacio

Nationalbaum Guatemalas ist der Ceiba (Ceiba Pentandra Gaertin), der seinen Beinamen des heiligen Baumes der Tatsache verdankt, dass viele Mayariten unter seiner Krone abgehalten wurden.

 

Coat_of_arms_of_Guatemala.svgGuatemalas Nationalwappen entstand 1871. Der Quetzal steht für die Unabhängigkeit der Nation, die Lorbeerzweige stehen für Sieg und Wissen, das Datum der Schriftrolle verweist auf die Unabhängigkeit von Spanien; die gekreuzten Gewehre stehen für die Streitmacht und die beiden Degen schließlich für die Ehre. (Grafik: By User:K21edgo. This vector graphics image was created with Adobe Illustrator. (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons

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2. Staat und Gesellschaft

Staats- und
Regierungsform
präsidiale Republik seit 1986
Präsident und Regierungschef Jimmy Morales Cabrera (seit 14. Januar 2016)
nächste Wahlen 2019
Gerichtswesen Oberster Gerichtshof, dessen oberster Richter vom Generalgouverneur auf Vorschlag des Premierministers ernannt wird.
politisches System Einkammersystem (Nationalkongress) mit 158 Abgeordneten, die für 4 Jahre gewählt werden, Direktwahl des Staatsoberhauptes alle 4 Jahre
Wahlrecht ab 18 Jahre (aktive Militärangehörige dürfen nicht wählen und müssen sich am Wahltag in den Kasernen aufhalten)
Politische Parteien:
(mit Sitzverteilung)
Libertad Democrática Renovada , 44 Sitze
Unidad Nacional del Encuentro (UNE), 36 Sitze
TODOS, 18 Sitze
Partido Patriota (PP), 17 Sitze
Gran Alianza Nacional (FCN), 11 Sitze
Encuentro por Guatemala, 7 Sitze
Unión del Cambio Nacional (UCN), 6 Sitze
Compromiso Renovación y Orden (CREO), 5 Sitze
Partido de Avanzada Nacional (PAN), 3 Sitze
Winaq-URNG–MAIZ, 3 Sitze
Convergencia, 3 Sitze
Visión con Valores, 3 Sitze
Fuerza, 2 Sitze
Hauptstadt Guatemala Stadt (2,15 Mio Einwohner, 2015)
Einwohner 12,7 Mio. (Quelle: CIA World Factbook 2008)
ethnische
Zusammensetzumg
Mestizen 55%; indigene Gruppen 43%; andere 2.0%
Religion ca. 60 % römisch-katholisch, 30 % protestantisch (besonders Kirchen nordamerikanischer Herkunft), Maya-Religionen

 

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3. Geographie

Fläche 108.889 km²
geographische Lage zwischen 13° und 18′ nördlicher Breite, sowie zwischen 88° und 93° westlicher Länge in Mittelamerika zwischen Mexiko im Norden und Westen, Belize und einer schmalen Atlantikküste im Osten, El Salvador und Honduras im Südosten und dem Pazifik im Süden.
Landschaften Guatemala ist überwiegend ein Bergland, das von zwei großen Gebirgs- ketten geprägt ist: der Sierra de los Cuchumatanes im Norden und der geologisch jüngeren Sierra Madre im Süden. Ein schmales, heißfeuchtes Tiefland folgt der Pazifikküste. Tropisches Tiefland kennzeichnet auch die Niederungen am Golf von Honduras. Im Norden ragt das bewaldete Hügelland des Petén tief in die Yukatan-Halbinsel hinein. Mit dem Tajumulco besitzt Guatemala den höchsten Vulkan Zentralamerikas. Von Guatamalas insgesamt 33 Vulkanen werden drei als aktiv eingeschätzt.
höchster Punkt Vulkan Tajumulco 4211 m
Klima tropisch, in den Tiefebenen feucht und heiß, mit wachsender Höhe nehmen die Temperaturen ab.
Flora und Fauna Die Regenwälder des Tieflandes beherbergen tropische Harthölzer und Kautschukbäume. In höheren Lagen wachsen Eichen und Nadelhölzer, entlang der Küsten auch Magrovenwälder. Hier leben noch Jaguare, Pekaris, Affen und in den Flüssen auch Krokodile.
Naturrisiken Vulkanausbrüche, gelegentliche starke Erdbeben, Hurrikane und tropische Stürme an der Karibikküste.
Rohstoffe Petroleum, Nickel, Edelhölzer, Fisch, Kautschuk, Wasserkraft

 

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4. Wirtschaft

allgemeine Situation Guatemala gehört neben Nicaragua zu den ärmsten Landern des Kontinents. Der Agrarsektor generiert 13 Prozent des Bruttoinlandsproduktes, beschäftigt aber ein Drittel der erwerbstätigen Bevölkerung. Hier herrscht auch die größte Armut, da Landwirtschaft oft als reine Substistenzwirtschaft betrieben wird. Kaffee, Zucker, Bananen, Schnittblumen und Palmöl sind die wesentlichen Agrarexporte.
Eine wichtige Einnahmequelle ist der Tourismus, der mit rund zwei Millionen Besuchern 2014 Einnahmen in Höhe von gut einer Millarde USD brachte. Eine wesentliche Devisenquelle sind die Rücküberweisungen ausgewanderter Guatemalteken aus dem Ausland (6 Milliarden USD im Jahr 2015). Der Agrarsektor musste schwere Einbußen aufgrund sinkender Weltmarktpreise hinnehmen. Das jährliche Wirtschaftswachstum wird durch das höhere Bevölkerungswachstum aufgefressen. Die mit 11 Prozent niedrigste Steuerquote des Teilkontinents verhindert eine nachhaltige Entwicklung.
Bevölkerung unterhalb
der Armutsgrenze
53,71%, davon 13,33% extreme Armut (Quelle: Auswärtiges Amt, 2014)
Pro-Kopf-Einkommen 3478 USD (Quelle: Auswärtiges Amt, 2014)
Einkommensverteilung 2006 hatten die ärmsten 10 % der Bevölkerung nur einen Anteil von 1.3% am Gesamtverbrauch des Landes, während auf die reichsten 10 % ein Anteil von 42,4% des Gesamtverbrauchs entfiel.
Inflationsrate 3,1% (2015 geschätzt, Quelle: CIA World Factbook)
Arbeitslosenquote 2,9% (2014 geschätzt, Quelle: CIA World Factbook)
Bruttoinlands-
produkt (BIP)
59,6 Mrd. USD (Quelle: Auswärtiges Amt, 2014)
BIP nach Sektoren Dienstleistungen 62,7%. Landwirtschaft 13,4% Industrie 23,8% (2015 geschätzt, Quelle: CIA World Factbook)

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5. Umwelt

Umweltprobleme Abholzung der Regenwälder des Petén, Bodenerosion, Wasserverschmutzung
Internationale
Umwelt-Abkommen
Antarktis-Vertrag
Umweltschutzprotokoll zum Antarktis-Vertrag
(unterzeichnet, aber nicht ratifiziert)
Artenvielfaltskonvention
(Convention on Biological Diversity)
Klima-Rahmenkonvention
UN-Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung
Internationales Artenschutzabkommen
(CITES)
Übereinkunft über das Verbot der militärischen oder einer sonstigen feindseligen Nutzung umweltverändernder Techniken
Basler Konvention über den grenzüberschreitenden Transport gefährlicher Abfälle
Seerechtübereinkommen der Vereinten Nationen
Atomwaffentestvertrag
Montrealer Protokoll über Stoffe, die zu einem Abbau der Ozonschicht führen
Übereinkommen über Feuchtgebiete
Kyoto-Protololl
Zusatzprotokoll von 1978 zum Protokoll zur Verhütung der Meeresverschmutzung durch Schiffe

 

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6. Menschenrechte

Menschenrechte aktuell Die Menschrechtslage in Guatemala ist vor dem Hintergrund von Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die während des internen bewaffneten Konflikts (1960-96) verübt wurden, wesentlich von vier Problemfeldern geprägt:
Straflosigkeit (Impunidad), Gewalt gegen Mädchen und Fraunen, Landkonflikte und Vertreibungen im Zusammenhang infrastruktureller Großprojekte und Gewalt gegen Menschenrechtsaktivist(inn)en.
Prominentestes Beispiel für die andauerende Straflosigkeit ist der 2013 in einem Prozess wegen Völkermords und Verbrechen gegen die Meshlichkeit schuldig gesprochene Ex-Diktator Rios Montt. Das Gerichtsurteil wurde nur wenige Tage später vom Verfassungsgericht wegen eines Verfahrensfehlers aufgehoben, und bis heute (2016) wurde kein neuer Prozess angestrengt.
Jährlich werden in Guatemala mehr als 10.000 Vergewaltigung registriert, die Dunkelziffer liegt aller Wahrscheinlichkeit nach weitaus höher.
Die Opfer gehören, wie bei den Völkermorden während der Militärdiktatur, ganz überwiegend zur ethnischen Gruppe der Maya. Bereits während des Bürgerkriegs wurde sexuelle Gewalt – wie in anderen Konflikten auch – gezielt als Waffe eingesetzt, mit anhaltenden Auswirkungen bei den traumatisierten Opfern.
Gemeinden, die sich gegen Bergbau- und Staudammprojekte zur Wehr setzen, weil sie die Auswirkungen auf ihre Lebensgrundlagen (meist zu Recht) fürchten, werden ebenso häufig Opfer staatlicher oder staatliche geduldeter Gewalt wie Menschrechtsaktivist(inn)en.

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