Hintergrund

Pedro de Alvarado, der 1524 nach Guatemala kam, um es der spanischen Krone zu unterwerfen, hatte sich bereits in der Vernichtung des mexikanischen Aztekenreiches durch extreme Brutalität und Grausamkeit hervorgetan. Seine Streitmacht überrannte die verbliebenen Reste der Hochland-Maya-Königreiche der Quiché und Cakchiquel.

Tecún Umán

Tecún Umán, By El Torrito [CC BY 3.0] via Wikimedia Commons

Tecún Umán, Enkel König Quicabs des Großen, führte die Quiché-Armee an, die sich Alvarado beim heutigen Quetzaltenango entgegenstellte. Der Überlieferung nach soll Tecún Umán Alvarados Pferd mit einem Axthieb niedergestreckt haben. Alvarado, unverletzt, durchbohrte den Mayaführer daraufhin mit seiner Lanze. Ein Quetzal soll sich dann auf der blutgetränkten Brust des toten Mayakriegers niedergelassen haben und so zu seinen scharlachroten Brustfedern gekommen sein.
Im Gedenken an Tecún Umán wurde die Stätte des legendären Kampfes später Quetzaltenango genannt, die Stadt des Quetzals.
In Guatemala wie im übrigen Kontinent auch, starb ein Großteil der indigenen Bevölkerung jedoch nicht im Kampf gegen die Spanier, sondern wurde von den eingeschleppten Infektionskrankheiten dahingerafft.
1527 wird “Santiago de los Caballeros de Guatemala” (das spätere “La Antigua Guatemala”) als Hauptstadt gegründet. Die Kolonie wird 1542 zum spanischen Generalkapitanat Guatemala, dem auch die heutigen Staaten El Salvador, Honduras, Costa Rica und Nicaragua angehörten. Im Jahr darauf wird das Gebiet als Teil des Vize-Königreichs Neu-Spanien zum Sitz einer “Audiencia” erhoben, einem Verwaltungs- und Gerichtsorgan der spanischen Krone. Antigua bleibt Sitz der politischen und religiösen Macht in Zentralamerika, bis ein gewaltiges Erdbeben 1773 die Stadt mit ihren religiösen und profanen Prachtbauten in Trümmer legt. Zwei Jahre später wird das neugegründete “La Nueva Guatemala de la Asunción” zur Hauptstadt erkoren, die es bis heute geblieben ist.