Cueva de las Manos

Die Cueva de las Manos (Höhle der Hände) bezeichnet eine beispiellose Ansammlung vorgeschichtlicher Felszeichnungen, deren Alter auf 9500 bis 13000 Jahre geschätzt wird.

Ihre Urheber gehörten vermutlich zu einem Jäger- und Sammlervolk, das als Vorläufer der so genannten Tehuelche-Kultur angesehen wird.

Der ausgezeichnete Erhaltungszustand der Malereien ist auf deren vor Erosion und den patagonischen Winden geschützte Lage an Felsüberhängen und Felsenklippen (darunter auch eine Höhle) in einem Canyon am Oberlauf des Río Pinturas zurückzuführen.

Ihren Namen verdankt die Fundstätte, die seit 1999 zum UNESCO Welterbe gehört, den zahllosen schablonierten Umrissen menschlicher Hände. Daneben finden sich jedoch auch viele Tierdarstellungen, wie z.B. Guanacos (Lama guanicoe) und Rheas (Rhea americana), große flugunfähige Vögel, die entfernt mit dem Strauß verwandt sind und wie die Guanacos noch immer in der Region verbreitet sind. Des weiteren findet man geometrische Formen, Zickzackmuster, rote Punkte als Darstellung der Sonne sowie Jagdszenen, in denen naturalistisch dargestellte Tiere und menschliche Figuren interagieren.

Die Jagdszenen zeigen eine Vielzahl von Jagdtechniken, darunter die Verwendung von “bolas” – einer Wurfwaffe aus verbundenen Schnüren, die mit Gewichten versehen sind, damit sie sich um die Beine der gejagten Tiere wickeln und diese so zum Sturz bringen.

In einem der Felspanele wird ein Riss im Fels ikonographisch genutzt, um eine Schlucht darzustellen, in die die Jäger die Tiere jagen.

Die meisten der bemalten Hände sind linke Hände und von einer Größe, die der eines 13-jährigen Jungen ähnelt: Dies kann ein Hinweis auf einen Initiationsritus sein.

Innerhalb der internationalen Wissenschaft gilt die Cueva de las Manos als einer der wichtigsten Standorte der frühesten Jäger-Sammler-Gruppen Südamerikas während des frühen Holozäns. Häufig überlagern jüngere Figuren und Motive, die letzten werden auf ca. 700 n.Chr. datiert, ältere Darstellungen.

Die Malereien wurden mit natürlichen mineralischen Pigmenten – Eisenoxide (rot und violett), Kaolin (weiß) und Natrojarosite (gelb), Manganoxid (schwarz) – hergestellt, die gemahlen und mit einem Bindemittel vermischt wurden.

Die Cueva de las Manos und der Canyon des Río Pinturas liegen abseits der Ruta 40, die nächstgelegene Siedlung ist das aus wenigen Häusern bestehende Bajo Caracoles.

Wer die Stätte nicht im Rahmen der Weiterfahrt, z.B. zum Lago General Carrera, besuchen möchte, dem empfehlen wir eine gemütliche Hacienda in der weiteren Umgebung, von der aus man einen Tagesausflug zur Höhle unternehmen kann.