Vulkan Masaya

Der Vulkan Masaya, umgeben vom gleichnamigen Nationalpark, gilt als einer der aktivsten und zugleich sonderbarsten Vulkane der Welt.

Durch einen Schlot steigt zwar kontinuierlich gasreiches Magma aus dem Untergrund und sammelt sich nahe der Oberfläche, weshalb der Druck im Vulkan eigentlich stetig zunehmen müsste wie in einer geschüttelten Sprudelflasche, doch der Masaya explodiert nicht. Stattdessen wird der Gasdruck abgebaut, da sich unterirdisch ein Magmasee bildet, auf dem sich gashaltiger Schaum sammle. Aus diesem Schaum entfleucht das Gas, und lässt den Berg dampfen. So kommt es am Masaya deshalb nur selten zu Eruptionen, bei denen lediglich etwas Lava zu Tal fließt. So wurden bei einer größeren Eruption am 23. April 2001 durch herabfallende Gesteinsbrocken einige Autos zerstört, die am Kraterrand geparkt waren. Im Besucherzentrum am Eingang des Parks kann man nicht nur einiges über Vulkane lernen, sondern auch über die Geschichte der Chorotega Indianer, die hier Zeremonien abhielten, um den Feuergott „Chacitutique“ zu besänftigen. Die spanischen Eroberer nannten den Vulkan La Boca del Infierno (Höllenschlund). Um den Teufel abzuwehren, setzten sie im 16. Jahrhundert ein Kreuz an den Kraterrand, das zu Ehren des Kirchenvaters Francisco Bobadilla La Cruz de Bobadilla benannt wurde.

Der älteste Nationalpark des Landes bietet dem Besucher insgesamt 20 km an Wanderwegen, den Kratersee „Laguna de Masaya“, die zwei erloschenen Krater Masaya und Nindirí sowie den aktiven Krater Santiago. Eine Besonderheit des Parks sind die grünen Papageien, die an den Wänden des Santiago-Kraters nisten, obwohl dieser giftige Gase ausstößt. Man kann sie am späten Nachmittag beobachten, wenn sie zu ihren Nestern zurückkehren.