Hintergrund

Die spanischen „Eroberer“ fassten in Belize, anders als im übrigen Mittelamerika, nie wirklich Fuß.

Mayakrieger

Mayakrieger, By Wmpearl (Own work) [CC0] via Wikimedia Commons

Die Maya leisteten heftigen Widerstand und weigerten sich, Tributzahlungen zu leisten. So ist die  Äußerung des Maya-Führers Nachankan überliefert, die einzigen Tribute, die sein Volk zahlen werde, seien „Truthähne in Form von Speeren und Mais in Form von Pfeilen“. Den Maya des damaligen Chetumal (nahe dem heutigen Corozal) gelang es, die Spanier zurückzuschlagen, ihr Gebiet wurde zum Fluchtpunkt derjenigen, die der spanischen Herrschaft zu entkommen suchten.
Auch die Missionierung der Maya schlug fehl. Sie hielten an ihrem überlieferten Glauben fest und zündeten die Kirchen, die die Invasoren bauten, an. Dennoch überlebte nur eine kleiner Teil der indigenen Bevölkerung den Kontakt mit den Europäern. Sie starben zu Tausenden an den eingeschleppten Krankheiten, denen sie nichts entgegenzusetzen hatten.
Als die Briten im 17.Jahrhundert die Küste des heutigen Belize erreichten, hatten sich die Maya von der Küste ins Landesinnere zurückgezogen. In den britischen Annalen werden Kontakte zur Mayabevölkerung des Landesinnern erst im späten 18. Jahrhundert erwähnt. Zuvor lebten Briten nur als Piraten, Schmuggler und Abenteurer in behelfsmäßigen Siedlungen an der Küste oder auf den vorgelagerten Cayes. Diese dienten als Basen zum Überfall auf spanische Handelsschiffe.

Diese rauen Gesellen nannten sich selbst Baymen, in Reminiszenz an ihre Herkunft aus der Bucht von Honduras.
Als die beiden Großmächte England und Spanien 1670 im Vertrag von Madrid ihre jeweiligen territorialen Ansprüche in der Karibik regelten, bedeutete dies das Ende des Piratentums. Die Baymen wandten sich dem Holzeinschlag in den tropischen Wäldern des Festlandes zu. Besonders begehrt war das Blauholz (logwood), so genannt, weil es einen Farbstoff, mit dem vor allem Wollstoffe eingefärbt wurden, lieferte. Dieses Holz sollte für die kommenden hundert Jahre die ökonomische Basis der britischen Siedlungen im heutigen Belize darstellen.
Während des gesamten 18.Jahrhunderts waren die britischen Siedler in Belize Anlass von Konflikten zwischen Spaniern und Briten.
Wiederholt griffen Spanier die Siedlungen der Holzfäller an, und mehrmals gelang es ihnen auch, sie zu vertreiben. Da die Spanier selbst das Territorium aber nicht dauerhaft besetzten, kehrten die Baymen immer wieder zurück und dehnten ihre Siedlungen und ihren Handel aus. Mit dem Vertrag von Paris im Jahr 1763, wurden ihnen zwar die Rechte am Holzeinschlag zugestanden, jedoch behielt Spanien die Souveränität über das Territorium. Mit dem Niedergang des Blauholz-Handels wandten sich die Holzfäller dem Mahagoniholz zu. Am 15.September 1779 eroberten die Spanier St. George’s Caye, auf dem die Mehrheit der britischen Siedler lebte. 140 Gefangene und 250 Sklaven wurden nach Havanna verschleppt. Die britische Siedlung war daraufhin bis zum nächsten Vertrag der beiden Kolonialmächte im Jahr 1783 verwaist.