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1. Nationale Symbole

Offizieller Landesname: Republica de Costa Rica

Flag_of_Costa_RicaCosta Ricas Nationalflagge wurde 1848 von der damaligen Präsidentengattin Pacífica Fernández Oreamuno entworfen und ist den Idealen und Farben der Französischen Revolution nachempfunden. Jede der drei Farben repräsentiert wichtige Aspekte bzw. Tugenden des Landes: Blau steht für den Himmel, die zu erreichenden Ideale, intellektuelles Denken, Unendlichkeit. Weiß steht für die Klarheit des Denkens, Glück, Weisheit und Frieden. Rot schließlich steht für die Warmherzigkeit der Costaricaner, ihre Großzügigkeit und Lebenslust, sowie für das für die Freiheit vergossene Blut.

Cattleya_skinneriZur Nationalblume wurde 1939 die Orchidee „Guaria Morada“ (Cattleya skinneri) erkoren, eine der zahllosen Arten, die in Costa Rica und den anderen zentralamerikanischen Ländern wachsen. Im Volksglauben gilt sie als Glücks- und Wohlstandsbringer. Sie steht für Frieden, familiäres Glück und symbolisiert das Vertrauen in die Zukunft. (Bild: Larsen Twins Orchids, gemeinfrei)

 

Turdus-grayi
Der ebenso unscheinbare wie unaussprechliche „Yigüirro“, die Gilb– oder Schlichtdrossel ist Costa Ricas Nationalvogel. Er symbolisiert die Fruchtbarkeit des costaricanischen Bodens. (Bild: Factumquintus assumed (based on copyright claims), [GFDL or CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

 

Coat_of_arms_of_Costa_RicaCosta Ricas Nationalwappen wurde 1848 entworfen und 1906 modifiziert, indem alle militärischen Symbole entfernt wurden. Die beiden Myrthezweige symbolisieren Frieden, die Sterne stehen für die Provinzen Alajuela, Cartago, Guanacaste, Heredia, Limon, Puntarenas und San José. Die Vulkane repräsentieren die Gebirgsketten des Landes, die ein Tal einschließen. Die beiden Ozeane stehen für Atlantik und Pazifik und die beiden Handelsschiffe für den kommerziellen und kulturellen Austausch mit allen Teilen der Welt. Die aufgehende Sonne schließlich repräsentiert den Wohlstand Costa Ricas.

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2. Staat und Gesellschaft

Staats- und
Regierungsform
Demokratische präsidiale Republik, in der das Staatsoberhaupt gleichzeitig Regierungschef ist. Einkammersystem (Kongress) mit 57 Abgeordneten, die für 4 Jahre gewählt werden.
Regierungschef Luis Guillermo Solís Rivera (PAC), seit 8. Mai 2014
nächste Wahlen 2018
Gerichtswesen basiert auf dem spanischen bürgerlichen Rechtssystem mit einem die Exekutive kontrollierenden Obersten Gerichtshof.
politische Parteien
mit Sitzverteilung
Partido Liberación Nacional (PLN), 18 Sitze
Partido Acción Ciudadana (PAC), 13 Sitze
Frente Amplio (FA), 9 Sitze
Partido Unidad Social Cristiana (PUSC), 8 Sitze
Partido Movimiento Libertario (PML), 4 Sitze
Partido Renovación Costarricense (PRC), 2 Sitze
Partido Rescate Nacional (PRN), 1 Sitz
Partido Accessibilidad sin Exclusión (PASE), 1 Sitz
Alianza Demócrata Cristiana (ADC), 1 Sitz
Wahlrecht ab 18 Jahre
Hauptstadt San José (339.588 Einwohner 2006, Ballungsraum: 1.611.616)
Einwohner 4.773.130 (2014)
ethnische
Zusammensetzum
87.0% Weiße europäischer, überwiegend spanischer Herkunft; Mestizen 7.0%; Schwarze, afro-karibische Bevölkerung (überwiegend aus Jamaika stammend) 3.0%; Ostasiaten (meist Chinesen) 2.0%; andere ethnische Gruppen 1.0%
Religion katholisch 76.3%, evangelisch 13.7%, Jehovas Zeugen 1.3%, andere Protestanten 0.7%, andere 4.8%, keine 3.2%

 

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3. Geographie

Fläche insgesamt: 51.100 km², davon Wasser: 440 km², davon Land: 50.660 km²
geographische Lage zwischen 8° und 11° nördlicher Breite sowie 83° und 86° westlicher Länge im südlichen Mittelamerika zwischen Nicaragua im Norden, dem Pazifik im Westen und Südwesten, Panama im Südosten und Osten und schließlich dem Atlantik im Noden und Nordosten.
Landschaften Die Küstenebenen der Karibik und des Pazifik sind durch zerklüftete Berg- ketten von einander getrennt. Zu diesen Kordilleren gehören mehr als 100 Vulkane, darunter auch aktive. Im zentralen Hochtal der Städte San Jose, Alajuela und Heredia ist ein Ballungsgebiet entstanden, in dem heute mehr als ein Drittel aller Costaricaner lebt. Höchster Berg ist mit 3810 m der Chirripó Grande. Die Pazifikküste ist im Unterschied zur Karibikküste länger und durch Buchten, Halbinseln, den Golf von Nicoya, den Golfo Dulce und die Coronado-Bucht stark gegliedert. Die Atlantikküste ist flacher und von Lagunen durchzogen.
höchster Punkt Cerro Chirripó mit 3820 m
Klima Tropisch und subtropisch mit einer Trockenzeit von Dezember bis April und einer Regenzeit von Mai bis November. Die Temperaturen fallen mit zunehmender Höhe.
Flora und Fauna Der ursprüngliche Baumbestand verzeichnet Ebenholz, Balsabäume, Mahgoni- bäume und Zedern. Costa Ricas Regenwald ist Heimat unzähliger Pflanzen- und Tierarten. Alleine 1400 Baum- und über 1.000 Orchideenarten gehören dazu. Die Vielfalt der Tierwelt reicht von Insekten (unter ihnen auch zahllose, farbenprächtige Schmetterlingsarten), über Affen, Leoparden, Jaguare, Tapire und rund 725 Vogelarten (unter ihnen Kolibris, Tukane und der seltene Quetzal).
Naturrisiken Gelegentliche Erdbeben, Hurrikane an der Atlantikküste, Überschwemmungen des karibischen Tieflandes zu Beginn der Regenzeit, Erdrutsche, Risiko von Vulkanausbrüchen.
Rohstoffe Wasserkraft

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4. Wirtschaft

allgemeine Situation Costa Rica hat sich in den letzten Jahrzehnten von einer landwirtschaftlich geprägten zu einer Dienstleistungs- und Industriegesellschaft gewandelt.
Dennoch bleiben die Agrarexporte, vor allem Kaffee, Bananen, Ananas und Palmöl, nach dem Tourismus und der elektronischen Industrie wichtigster Devisenbringer des Landes, auch wenn dies, insbesondere im Falle der Ananas- und zunehmend Ölpalmen-Monokulturen zu Lasten der Umwelt und kleinbäuerlicher Betriebe geht.
Trotz einiger Fortschritte in der Armutsbekämpfung bleiben große Einkommensunterschiede, die in den vergangenene Jahren sogar gewachsen sind.
Die Regierung sieht sich nach wie vor einem großen Staatsdefizit und einer hohen Staatsverschuldung gegenüber.
Mit dem CAFTA-Freihandelsabkommen zwischen den USA und den zentralmerikanischen Staaten sowie der Dominikanischen Republik wurde die darin geforderte Privatisierung der Elektrizitätsversorgung und des Telekommunikationssektors umgesetzt, mit ambivalenten Ergebnissen: Während die Liberalisierung des Telekommunikationssektors allgemein als Erfolgsgeschichte gewertet wird, konzentrieren sich ausländische Investitionen in den Energiesektor überwiegend auf Wasserkraft bzw. Staudammprojekte, die nicht nur tropische Flussläufe und Lebensräume von Menschen und Tieren bedrohen, sondern auch – ob ihrer Abhängigkeit von Regenzeiten – als Stromquelle nicht gleichnmäßig verfügbar sind.
Bevölkerung unterhalb
der Armutsgrenze
24,8% (2011, geschätzt, Quelle: CIA World Factbook)
Pro-Kopf-Einkommen 15.500 USD (2015, geschätzt, Quelle: CIA World Factbook)
Einkommensverteilung 2009 hatten die ärmsten 10 % der Bevölkerung nur einen Anteil von 1,2% am Gesamtverbrauch des Landes, während auf die reichsten 10 % ein Anteil von 39,5% des Gesamtverbrauchs entfielen.
Inflationsrate 0,8% (2015 geschätzt, Quelle: CIA World Factbook)
Arbeitslosenquote 8,7% (2015 geschätzt, Quelle: CIA World Factbook)
Bruttoinlandsprodukt (BIP) 74,89 Mrd. USD (2015 geschätzt, Quelle: CIA World Factbook)
BIP nach Sektoren Landwirtschaft 6% , Industrie 19,7%, Dienstleistungen 74,3% (2015, geschätzt, Quelle: CIA World Factbook)

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5. Umwelt

Umweltprobleme Entwaldung und veränderte Landnutzung sind ein Resultat von Abholzung von Wäldern für Weideflächen und den Anbau von Exportfrüchten (Bananen-, Ananas und Zitrusfrüchte). Bodenerosion tritt als Folge dieser Veränderung auf.
Verschmutzung von Küstengewässern.
Fehlende Abfallwirtschaft, so gibt es in Costa Rica nur wenige abgedichtete Mülldeponien, die übergroße Mehrheit der Abfälle landet auf offenen Deponien.
Die Flüsse in Siedlungsnähe sind durch Abwässer verunreinigt, Kläranlagen sind unbekannt.
Eine besondere Rolle spielt nach wie vor der Bananenanbau. So entstehen für jede Tonne Exportbananen 3 Tonnen Abfälle; hochgerechnet auf die gesamte Bananenproduktion des Landes, machen die Abfälle aus diesem Wirtschaftszweig 13% des täglich produzierten Abfalls aus.
Trauriger Spitzenreiter ist Costa Rica auch in puncto Dünger- und Pestizideinsatz, sowohl umgerechnet auf die Anbaufläche, als auch auf die Einwohnerzahl. Vor allem im Ballungsgebiet von San José wächst das Problem der Luftverschmutzung.
Internationale
Umwelt-Abkommen
Artenvielfaltskonvention (Convention on Biological Diversity)
Klima-Rahmenkonvention
UN-Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung
Internationales Artenschutzabkommen
(CITES)
Übereinkunft über das Verbot der militärischen oder einer sonstigen feindseligen Nutzung umweltverändernder Techniken
Basler Konvention über den grenzüberschreitenden Transport gefährlicher Abfälle
Seerechtübereinkommen der Vereinten Nationen
Atomwaffentestvertrag
Montrealer Protokoll über Stoffe, die zu einem Abbau der Ozonschicht führen
Internationale Walfangkonvention
Übereinkommen über Feuchtgebiete
Kyoto-Protololl
(unterzeichnet, aber nicht ratifiziert)
Internationalen Übereinkommen zur Verhütung der Meeresverschmutzung durch Schiffe
(unterzeichnet, aber nicht ratifiziert)

 

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