Hintergrund

Noriegas Nachfolger, Guillermo Endara, war nach dem Abzug der US-Truppen mit einem wirtschaftlichen und politischen Chaos konfrontiert, dem er sich nicht gewachsen zeigte.

Weite Teile der Bevölkerung standen seinen engen Verbindungen zu den USA skeptisch bis ablehnend gegenüber. Bei den nächsten Wahlen 1994 setzte sich Ernesto Pérez Balladares durch, der Kandidat eines Parteienbündnisses, dem auch die frühere Noriega-Partei angehörte. Überraschend gut war das Ergebnis der unterlegenen Mireya Moscoso. Das gute Abschneiden der politisch unerfahrenen Kandidatin war nach Meinung vieler Beobachter auf einen Solidarisierungseffekt breiter Bevölkerungsschichten mit ihrem verstorbenen Ehemann, Arnulfo Arias, zurückzuführen.
Balladares unternahm beispielhafte Investitionen in den Bildungs- und Erziehungssektor, und es gelang dem in den USA ausgebildeten Banker auch, ausländische Investitionen nach Panama zu holen. Dennoch galt er als korrupt und scheiterte im Frühjahr 1999 mit seinem Versuch, die Verfassung zu ändern, so dass sie ihm eine zweite Amtszeit zugestehen würde. Mireya Moscoso schaffte den Wahlsieg im zweiten Anlauf.

Aus den Präsidentschaftswahlen von 1999 ging sie als Siegerin über den Sohn des Ex-Diktators General Torrijos hervor. Moscoso sah sich selbst als diejenige, die der politischen Programmatik ihres verstorbenen Mannes zur Durchsetzung verhelfen werde. Die männlich und machistisch geprägte Öffentlichkeit Panamas verpasste ihr aber bald den Spitznamen der “Bändchen-durchschneide-Präsidentin”, da ihre öffentlichen Auftritte fast ausnahmslose im Zusammenhang von Einweihungen stattfanden. Ihre Popularität ließ rasch nach, vor allem, da ihre Politik wenig planvoll und nurmehr reagierend war.
Innerhalb des ersten Jahres der panamaischen Kontrolle des Kanals wurden den Primärwäldern, die die Wasserscheide des Kanals beschützen, schwerwiegende Schäden zugefügt. So wurden große Flächen für ein Luxusresort und einen Golfplatz ebenso abgeholzt wie 10.000 Hektar, die Holzgesellschaften als Gegenleistung für Wahlkampfspenden erhielten.