Hintergrund

Als um 1700 die Bourbonen den spanischen Thron von den Habsburgern eroberten, brachte dies für alle Kolonien liberalere Handelsgesetze.

Für Panama kamen diese Maßnahmen allerdings zu spät. Spaniens verzweifelte Versuche, sein Handelsmonopol mit überhöhten Preisen zu halten, waren längst von England, Frankreich und den Niederlanden unterlaufen worden. Der Handel mit Schmuggelware drohte den offiziellen Warenaustausch zu überflügeln. Zwischen 1715 und 1736 hatten die spanischen Handelsschiffe nur noch fünfmal in Portobelo angelegt.

Waren zur Verschiffung nach Europa werden verladen

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Ein hoch organisierter, von Jamaika ausgehender Schmuggelhandel verdrängte den legalen Handel fast vollständig. Das Land am Isthmus hatte seine Bedeutung für Spanien Mitte des 18. Jahrhunderts
weitgehend verloren. Spanien unterdrückte alle Autonomiebestrebungen, indem es die Kolonie dem Vizekönigtum Neu-Granada zuschlug. Dazu gehörten neben dem heutigen Panama auch die späteren Staaten Kolumbien, Venezuela und Ecuador. Als es 1739 zum Krieg zwischen England und Spanien kam, und Portobelo von britischen Truppen zerstört wurde, war Panama vom Handel mit Spanien abgeschnitten. Nach 1740 war im Zuge der liberalen Politik der spanischen Bourbonen auch der direkte Handel zwischen den Pazifikhäfen und Spanien über den Seeweg um Kap Hoorn gestattet. Damit waren die Zeiten der Ferias in Portobelo endgültig vorbei.

Panama war seiner ökonomischen Basis beraubt, ohne eine Alternative zum Transithandel aufgebaut zu haben. Das Land am Isthmus wurde zu einer entlegenen Provinz des spanischen Vizekönigtums, die ökonomisch und geographisch isoliert war und sich nur mühsam selbst versorgen konnte.
In der panamaischen Gesellschaft regierte dasselbe rigide Kasten- und Klassensystem wie in den übrigen spanischen Kolonien.
Spitzenpositionen waren den in Spanien geborenen Peninsulares vorbehalten, in der Kolonie geborene „Spanier“, die Criollos, mussten sich mit nachrangigen Posten in Regierung, Verwaltung und Handel zufrieden geben. Für die Mestizos, meist Nachkommen spanischer Väter und indianischer Mütter, blieben Landwirtschaft, der Handel in kleinem Maßstab und einige Dienstleistungen. Indígenas und Sklaven standen außerhalb der Gesellschaft. Eine Sonderstellung hatte der Klerus inne. Die Autorität des Bischofs wurde ihm vom spanischen König verliehen, er hatte in der Praxis die Rolle eines Vizegouverneurs. Die Beziehungen zwischen Regierung und Kirche waren enger als im spanischen Mutterland. Kirche und katholische Ordensgemeinschaften verfügten über beträchtlichen Besitz, den sie über Landzuteilungen und Zehntenzahlungen erworben hatten.