Hintergrund

Die Schätzungen darüber, wieviele Einwohner das panamaische Territorium zu Beginn der spanischen “Eroberung” hatte, gehen weit auseinander. Manchen Zahlen zufolge waren es mehr als heute.

Die vermutlich aus Kolumbien eingewanderten Kuna stellten die weitaus größte Gruppe. Daneben zählten die Guaymí und die Chocó zu den wichtigsten indigenen Kulturen. Von den Guaymí nimmt man an, dass ihre Sprache dem Nahuatl der Maya und Azteken verwandt ist, während Sprache und materielle Kultur der Chocó mit denen des kolumbianischen Andenvolks der Chibcha verwandt sind.
Alle drei Gruppen waren auf dörflicher Ebene organisiert. Die Felder, auf denen sie Mais, Kakao, Baumwolle, verschiedene Knollenfrüchte, Gemüse und Früchte pflanzten, gehörten der Dorfgemeinschaft. Sie lebten in kreisrunden, palmengedeckten Hütten und schliefen in Hängematten. Einzelne Dörfer spezialisierten sich in bestimmten Handwerken wie Gold- und Silberschmieden, Steinmetzarbeiten oder der Töpferei.

Händler transportierten die Waren in Kanus entlang der Flussläufe und Küsten. Schon in präkolumbianischer Zeit gab es Handelsbeziehungen, die von Panama bis nach Peru oder nach Mexiko reichten. Insbesondere die Brustpanzer aus gehämmertem Gold, die manche Einheimische trugen, gaben dem spanischen Mythos von El Dorado, dem sagenhaften Goldland, Nahrung.

Mola

Mola – By Stefan Laube [Public domain], via Wikimedia Commons

Die Kuna haben ihre traditionelle Lebensweise bis heute beibehalten. Ihre Gesellschaft ist matrilinear organisiert, d.h. der materielle Besitz wird in mütterlicher Linie weitervererbt.
Männer wohnen und arbeiten im Haushalt der Braut bzw. der Schwiegermutter. Töchter gelten als “wertvoll”, da sie durch Heirat männliche Arbeitskräfte in die Familie bringen. Bis in die jüngere Vergangenheit wurden Weltsicht und Geschichte der Kuna nur mündlich in Gesängen, oder mimisch in Tänzen überliefert. Auch in den berühmten Molas, in Quilt-Technik hergestellte Brust und Rückenstücke der Frauenblusen, werden historische und mythologische Ereignisse bildlich dargestellt.