Porfirio Díaz (1830–1915) hatte die Liberalen um Juárez sowohl während des Reformkrieges, als auch im Widerstand gegen den Marionettenkaiser Maximilian unterstützt. Die Biographien beider, des Präsidenten Juárez und des späteren Langzeit-Diktators Díaz, weisen erstaunliche Parallelen auf: Beide stammen aus Oaxaca, wurden an der selben katholischen Schule erzogen, um anschließend Jura zu studieren, und auch Díaz hatte als Mestize indianische Vorfahren.

Díaz, umgeben von seinen "Höflingen" in einem Wandgemälde des Muralisten Siqueiros

Díaz, umgeben von seinen „Höflingen“ in einem Wandgemälde des Muralisten Siqueiros

Díaz hatte seine politischen Ambitionen erstmals deutlich gemacht, als er im Präsidentschaftswahlkampf von 1871 gegen Juárez und Lerdo de Tejada angetreten und unterlegen war. Lerdo de Tejada, der nach Juárez’ Tod die Präsidentschaft übernommen hatte, kandidierte auch bei den folgenden Wahlen 1876.
Daraufhin mobilisierte Díaz, unter den vorgeschobenen Forderungen nach mehr Demokratie auf kommunaler Ebene und nach einem Verbot der Wiederwahl des Präsidenten, enttäuschte Truppenteile zu einer Revolte.
Als es Díaz nach anfänglichen Rückschlägen gelungen war, die Macht an sich zu reißen, war wohl den wenigsten bewusst, dass er sie für die nächsten 34 Jahre nicht mehr loslassen würde.

Lediglich nach dem Ablauf seiner ersten Amtszeit ließ er mit Manuel González dem inkompetentesten und zugleich korruptesten seiner Minister vorübergehend den Vortritt, um sein Wahlversprechen, nicht für eine Wiederwahl zu kandidieren, oberflächlich einzulösen. Porfirio Díaz regierte entschlossen und mit äußerster Brutalität. Sein Programm der wirtschaftlichen Modernisierung, die Mexiko tatsächlich dringend benötigte, basierte nach innen auf der Unterdrückung sozialer Unruhen und der Schaffung eines “positiven Investitionsklimas” für ausländische, überwiegend us-amerikanische Investoren. Das Problem der marodierenden Banden, die für zahllose Überfälle auf Warentransporte und Viehherden verantwortlich waren, löste er kurzerhand, indem er sie in eine neugeschaffene Landpolizei, die gefürchteten “Rurales” integrierte, deren Aufgabe es vor allem war, lokale Bauernaufstände, Streiks und andere Erhebungen der Bevölkerung niederzuschlagen.

"Pan o Polo" – Politik (Brot oder Schlagstock)

„Pan o Polo“ – Politik (Brot oder Schlagstock) Gruppe von Rurales, 1922 By Unknown or not provided (U.S. National Archives and Records Administration) [Public domain], via Wikimedia Commons

Geschickt und ohne Skrupel betrieb er seine Politik des Teile-und-herrsche, indem er die einflussreichsten Gruppen, Hacenderos, katholischer Klerus und die städtischen Eliten, gegeneinander ausspielte, um sich selbst dann als Vermittler zu inszenieren.