Hintergrund

By Roberto Stuckert Filho/PR CC BY-SA 2.0via Wikimedia Commons

Juan Evo Morales Ayma (* 26. Oktober 1959 in Isallawi  im Departement Oruro, Bolivien), Präsident  Boliviens seit dem 22. Januar 2006, Führer der sozialistischen bolivianischen Partei Movimiento al Socialismo (MAS) und der Bewegung für die Rechte der Koka-Bauern.
Evo Morales gewann mit 54 % der Stimmen die vorgezogenen Präsidentschaftswahlen am 18. Dezember 2005. Er wurde damit als erster Indígena Staatsoberhaupt Boliviens und errang den deutlichsten Wahlsieg seit Ende der letzten Militärregierung 1982.
Bei der Präsidentenwahl vom Dezember 2009 und 2014 wurde er jeweils mit 64% bzw. 61% wiedergewählt.
Zu den für 2019 angesetzten Wahlen darf er nach der derzeitig geltenden Verfassung nicht mehr antreten.

Bolivien ist als eines der ärmsten Länder der Welt politisch tief gespalten.
Die ehemals wohlhabenden und bevölkerungsreichen westlichen Regionen im Hochland (Departamentos Chuquisaca, Cochabamba, Oruro, La Paz und Potosí), in denen sich auch die Hauptstadt Sucre und der Regierungssitz La Paz befinden, sind nach dem Niedergang des Bergbaus verarmt und verlieren seit Jahren durch Binnenmigration Bevölkerung an die östlichen, ganz oder teilweise im Tiefland gelegenen Departamentos (Beni, Pando, Santa Cruz und Tarija).
Dort haben sich in den letzten Jahren durch die Erschließung der Öl- und Gasreserven sowie durch eine moderne, teilweise industrialisierte Land- und Forstwirtschaft profitable, wachsende Industrien und ein wohlhabendes Bürgertum entwickelt.
Die vier Tiefland-Departamentos Beni, Pando, Santa Cruz und Tarija werden in der politischen Diskussion oft zusammenfassend als „Media Luna“ (spanisch: „Halbmond“) bezeichnet, da ihre Form auf einer Landkarte von Bolivien an eine Mondsichel kurz vor Halbmond erinnert.
Die Departamentos des Media Luna, insbesondere Santa Cruz, fordern die Beibehaltung und den Ausbau des in den 1980er-Jahren eingeführten neoliberalen Wirtschaftssystems und des Großgrundbesitzes. Die unternehmerische Oberschicht und die politische Elite des Media Luna fühlt sich durch die Zentralregierung im fernen La Paz bevormundet. Auch in der Bevölkerung herrscht die Ansicht, dass die Region ihres Wohlstandes beraubt und in ihrer wirtschaftlichen Dynamik gebremst wird, da ein Großteil der im Tiefland erwirtschafteten Steuermittel von der Zentralregierung für Projekte im Hochland ausgegeben wird.
Seit einigen Jahren wächst daher im Media Luna die Forderung nach regionaler Autonomie.
Im Hochland verweist man darauf, dass die Boden- und Naturschätze im Tiefland das Eigentum aller Bolivianer sind und dem Wohl des gesamten Landes dienen sollen (so wie bis vor wenigen Jahren das damals arme Tiefland mit den Einnahmen des damals profitablen Bergbaus im Hochland subventioniert wurde).

Das Öl von morgen
Der Salar de Uyuni in Bolivien ist der weltgrößte Salzsee. Unter seiner dicken Salzkruste verbirgt sich ein gigantischer Lithium-Vorrat. Das Metall ist in einer Salzlauge in etwa 40 m Tiefe gebunden.
Evo Morales befürchtete beim Lithium eine Wiederholung der Geschichte. Ab 1545 wurden Tonnen an Silber nach Spanien verschleppt, um die spanische Krone zu finanzieren. Acht Millionen Bolivianer starben in den Minen.
Nach der neuen bolivianischen Verfassung (2009) sagt Artikel 349 : “Die natürlichen Ressourcen sind direktes, unteilbares und unverjährbares Eigentum und Besitz des bolivianischen Volkes und werden vom Staat im Sinne des Gemeinwohls verwaltet.”