Hintergrund

Südafrikas Küche ist von kulturell verschiedenen Kochtraditionen aus drei Kontinenten geprägt.

Sie wurden den örtlichen Gegebenheiten angepasst und entwickelten dadurch einen besonderen, typisch südafrikanischen Charakter.
Fleisch und Fisch bzw. Meeresfrüchte werden (auch abseits der Küste) in sehr guter Qualität angeboten. Unter den Fleischsorten dominiert Lamm und Rind, Schweinefleisch wird eher selten gegessen.
Auch Wildgerichte und Straußenfleisch finden sich auf vielen Speisekarten. Besonders beliebt sind Springbock und Kudu.
Vor allem in der Kapregion gilt der Snoek, eine Hechtmakrele, die häufig geräuchert angeboten wird, als beliebtester Speisefisch. Ähnlichen Status genießt der Kingklip, ein aalartiger Bodenfisch, und alle Südafrikaner (die es sich leisten können) teilen eine Leidenschaft für Garnelen.

Für die südafrikanische Küche typische Gemüse sind Kürbis und Waterblommetjie, eine Wasserährenart.
Ein Grundnahrungsmittel, das sehr häufig als Beilage, vor allem zu Grillgerichten, auftaucht, ist Pap (auch Mieliepap genannt), ein Maisbrei der seinem Namen Ehre macht …
Kulinarisch wird Pap oft durch eine scharfe Sauce aus Zwiebeln, Tomaten und Chilis gerettet, mit der er serviert wird.

typisches Bunny Chow aus Durban

Bunny Chow aus Durban, © Robert Rutherford (Own work) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

Typische Gerichte und Begriffe
Biltong – gesalzenes und getrocknetes Fleisch, oft auch Wild, das in dünne Streifen geschnitten gegessen wird.
Biscuit
Keks oder Plätzchen werden in Südafrika Cookie genannt.
Bobotie – mit Eiermilch überbackener Hackfleisch-Auflauf malaiischen Ursprungs, der mit Safranreis und Chutney serviert wird.
Boerewors(Afrikaans für „Bauernwurst“) eine kräftig gewürzte Grillwurst.
Braai – bezeichnet sowohl die Tätigkeit des Grillens als auch das Grillen als gesellschaftliches Ereignis. Ein Braaistand wird typischerweise mit Holz des Kameldornbaumes befeuert und die Glut selbst hergestellt. Holzkohle ist verpönt.
Bredie – geschmorter Lammeintopf, dessen Rezept malaiischen Ursprungs ist, der Name wird auch für andere gulaschartige Gerichte verwendet.
Bunny Chow – Ein Curry, serviert in ausgehöhltem Weißbrot, typisches Schnellimbissgericht, vor allem in Durban
BYO – “bring your own” bedeutet, dass man z.B. die eigene Flasche Wein in ein Restaurant mitbringt, wo sie gegen “corkage” (Korkgeld) serviert wird.
Chutney oder Blatjang – die meist süß-sauren, marmeladeartigen Saucen aus Gemüse und Früchten werden gerne zu Fleischgerichten gegessen.
Droewors – nennt man die Biltong-Variante der Boerewors.
Dumpie – eine 340ml fassende Bierflasche bzw. deren Inhalt.
Frikkadel – südafrikanische Fleischbällchen, meist mit Essig, Fenchelsamen, Piment und Koriander gewürzt.
Koeksister – ein zu einem Zopf geflochtenes, fritiertes Gebäck, das nach dem Ausbacken durch einen speziellen Sirup gezogen und getrocknet wird. Von Africaans koek (= Kuchen) und von sissen (= frittieren).

Potjiekos

Potjiekos © Chrstphr.jones (Own work) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

Malva Pudding – Pudding von leicht schwammiger Konsistenz mit Aprikosenmarmelade.
Mampoer oder Witblitz – starker Branntwein aus Pfirsich oder anderen Obstsorten.
mealie – Mais(kolben); Mais ist ein südafrikanisches Grundnahrungsmittel und wird auch häufig als mealie pap, eine Art Maisbrei, gegessen.Melktert – traditionelle Vanille-Milchtorte.Potjiekos – ein im Freien über Holzfeuer zubereiteter Eintopf aus Fleisch, Gemüse, Reis, Nudeln oder Kartoffeln in einem traditionellen runden, dreibeinigen Topf (dem Potjie).
Samoosa (englisch: samosa) – frittierte, gefüllte Teigtaschen indischen Ursprungs.
Sarmie – Sandwich.
Slap chips – fettige und matschige Pommes Frites mit Essig in braunen Papiertüten.
Sosatie – Fleisch- oder Geflügelspieße, ähnlich Schaschlik.
Spanspek – Cantaloupe Melone, wörtlich: spanischer Speck
Waterblommetjiebredie – Eintopf, der als Besonderheit die Blüten der Wasserähre enthält.

Südafrikas bekannteste Weine kommen aus dem so genannten Cape Wineland, das von einer Wine-Route durchzogen wird. Die meisten der häufig in historischen Gebäuden residierenden Weingüter können besichtigt werden.

Als besonders idyllischer Weinort gilt Franschhoek, dessen Weingüter einen ausgezeichneten Ruf genießen.

Chamonix Cellar Franschhoek ©Eddie Wilson

Südafrikas Biermarkt wird von den “South African Breweries (SAB)” beherrscht, die auch das landesweit verbreitete “Castle Lager” herstellen. Wo erhältlich, ziehen Bierliebhaber jedoch das aus Namibia stammende “Windhoek Lager” vor.