Hintergrund

Die bolivianische Küche ist abwechslungsreicher als man angesichts des kargen Altiplano erwarten würde.
Viele Gerichte werden mit der scharfen Salsa Llajwa gewürzt, die ihre Schärfe den Locoto-Chilis verdankt.
Grundnahrungsmittel sind Kartoffeln, Mais, Reis, Nudeln (fideos, die wie Reis erst angebraten werden, bevor sie gekocht werden), Quinoa und Weizen. Kartoffelsorten gibt es wie Sand am Meer. Eine auch in Peru vorkommende Besonderheit sind die Chuños, Kartoffeln, denen durch Trocknen an der Sonne die Flüssigkeit entzogen wurde, bevor sie dann wieder eingeweicht, gekocht und mit Ei gebraten werden.
Die zahlreichen Gemüse- und Obstarten stammen aus den fruchtbaren Yungas oder dem Tiefland.
Nationalgerichte sind Salteñas, die bolivianische Variante der Empanada, deren Teig mit Fleisch, Schnittlauch, Rosinen, Kartoffeln, scharfer Soße und Paprika gefüllt und weniger fett als die argentinischen und chilenischen Formen ist; Tucumanas haben eine ähnlich Füllung wie Salteñas, jedoch ist ihre Teighülle dünner und sie werden frittiert. Dazu werden verschiedene Saucen serviert.
Ein typisches bolivianisches Frühstück besteht aus Buñuelos und Api, ein an Krapfen erinnerndes Fettgebäck mit einem heißen, aus (violettem) Mais, Ananas, Zimt und Zucker gewürztem Getränk.
Typische Hauptgerichte, die mittags und abends serviert werden, sind:
Lomo Montado (zartes Steak mit zwei Eiern, garniert mit Reis und gebratener Banane als Beilage),
Picante de Pollo (Hähnchen, Bratkartoffeln, Reis und Salat mit Chili), die bereits erwähnten Chuños (gefriergetrocknete Kartoffeln, in der auf Lamm basierenden Chairo-Suppe gekocht);
Pique Macho, ein deftiges Gericht aus Rindfleischstreifen, Kartoffeln, Zwiebeln und Tomaten, garniert mit hartgekochten Eiern, und Lechón al Horno (Spanferkel mit Süßkartoffeln und Kochbananen).
In der Region Santa Cruz gilt Majao als Spezialität. Es besteht aus Trockenfleisch, Reis, Gemüse und Kochbananen, garniert mit einem Spiegelei.
Silpanchos sind vor allem in der Region Cochabamba beliebt: Dünne, panierte Rinderschnitzel auf Bratkartoffelscheiben und garniert mit einem Gemisch aus Tomaten, Zwiebeln und Petersilie sowie dem unvermeidlichen Spiegelei.
Unter den Fischgerichten sind die oft ausgezeichneten Truchas (Forellen), die aus den eiskalten Gebirgslagunen stammen, zu empfehlen.
Eine beliebte Suppe, die bei keinem Mittagsmenü fehlen darf, ist die Chupa de Mani.  Sie besteht aus Erdnüssen, Gemüsen, Kartoffeln und Fideos.

Typische Getränke sind neben verschiedenen lokalen Biersorten Chicha (fermentiertes Mais- oder Erdnussbier) und der Coca-Tee (empfehlenswert um der Höhenkrankheit “soroche” entgegenzuwirken).
Agua de pepino, limonaria y menta ist eine erfrischende Mischung aus Wasser, Zucker, Gurken, Zitronenscheiben und Minze.
Ein alkoholisches Getränk ist der mit Singani (Traubenschnaps) zubereitete Chuflay, der vor allem an Feiertagen reichlich genossen wird.
Seit einigen Jahren produziert auch Bolivien zum Teil sehr ansprechende Weine, vor allem die Cabernet Sauvignon Rotweine aus Tarija haben einen guten Ruf.