Hintergrund

Mahlzeiten
Das Frühstück ist die einzige Mahlzeit der Argentinier, die bescheiden ausfällt. Es ist am ehesten mit Italien zu vergleichen, d.h. viel mehr als eine Tasse Kaffee samt einem Medialuna genannten Croissant sind nicht zu erwarten, es sei denn, man bevorzugt die Criollo – Variante aus Mate Tee und Fettgebäck.
Weitaus üppiger und in der Regel sehr fleischlastig fallen die Hauptmahlzeiten aus, wobei Neuankömmlinge unter den späten Öffnungszeiten der Restaurants am Abend leiden. Kein Argentinier isst vor 21h (oft auch deutlich später) zu Abend.
Argentinien hält den Weltrekord beim Pro-Kopf-Fleischverzehr.
Die argentinischen Fleischstücke / – Schnitte (die weitgehend auch in den südamerikanischen Nachbarländern gelten), werden wie folgt genannt (s. Bild): 1 – Costillar, Tira de Asado, 2 – Marucha oder Paleta, 3 – Azotillo, 4 – Bife de costilla, 5 – Lomo, 6 – Cuadril, 7 – Nalga, 8 – Vacío, 9 – Matambre.

Asado bezeichnet eine soziale Institutionen, die über profanes Grillen hinausgeht: Ursprünglich heißt das Braten von Fleisch nach Art der Gauchos so. Dabei werden aufgeklappte ganze (!) Schafe, Ziegen oder Rinderteile auf ein Eisenkreuz gespannt und über einem Bodenfeuer sehr langsam gegart. In der Stadt benutzt man stattdessen einen für unsere Verhältnisse riesigen, stationären “Grill”, auf dem eine Parillada criolla zubereitet wird: Rindfleischstücke, aufgeklappte Hähnchen, Bratwürste (chorizos), Kalbsbries (mollejas), Kalbsdärme (chinchulin) u.a. brutzeln auf dem Holzkohlenfeuer vor sich hin.
Obligatorische Zutat ist Chimichurri, eine Sauce aus Petersilie, Thymian, Oregano, Lorbeer, Knoblauch, Ají Molido, Zwiebeln, Salz und schwarzem Pfeffer, die in einem Mörser fein zerstoßen und mit Öl und Essig vermischt werden.

Empanadas – Teigtaschen mit vielen unterschiedlichen Füllungen aus Fleisch, Hühnchen, Gemüse, Eiern, Käse etc. sind beliebte Zwischenmahlzeiten.

Auf die bedeutende Einwanderergruppe der Italiener (rund eine Drittel der Argentinier hat italienische Vorfahren) gehen die gute Pizza und Pasta zurück, die man in Argentinien findet. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich Tallarines (Bandnudeln) Ñoquis (Gnocchi).

Getränke

Als einer der weltweit größten Weinproduzenten ist Argentinien berkannt für gute Weine. Vor allem Rotweine und hier insbesondere die aus der Malbec-Rebe genießen einen ausgezeichneten Ruf.

Einheimische Biersorten sind Quilmes und Santa Fé. In den letzten Jahren werden auch zunehmend handwerklich gebraute Biere, so genannte Craft-Biere von Mikrobrauereien angeboten.

Als nichtalkoholisches Nationalgetränk gilt der Yerba Mate genannte Mate-Tee. Dazu werden die Blätter des mit der Stechpalme verwandten immergrünen Matestrauches (ilex paraguariensis) mit heißem, aber nicht kochendem Wasser aufgebrüht. Schon seit frühester Zeit wurde Mate von den Indigenas als magischer Trank gegen Hitze, Hunger und Erschöpfung geschätzt. Mithilfe eines metallischen Siebröhrchens (bombilla) wird der heiße Mate aus ausgehöhlten Flaschenkürbissen gesaugt. Daher kommt auch sein Name, denn der indianische Begriff für Kürbis ist mate.